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29.12.10Ein kritischer Überblick aus antifaschistischer Sicht?

 

Krebs, Felix/Kronauer, Jörg: "Studentenverbindungen in Deutschland. Ein kritischer Überblick aus antifaschistischer Sicht", Unrast-Verlag, Münster, 64 Seiten, ISBN 978-3- 89771-107-5, 7,80 Euro.

Da sind sie wieder: der „Sozialwissenschaftler und freie Journalist“ Jörg Kronauer und der Hamburger „Rechtsextremismus-Experte“ Felix Krebs haben ein neues Büchlein verfaßt. Dabei ist „Büchlein“ nicht negativ gemeint, denn das 64-seitige Machwerk kommt im typischen Reclam-Format daher, ist allerdings in Rot gehalten. Und das ist wohl kein Zufall, auch der Inhalt ist mehr als ideologisch rot verklärt.

„Dieses Buch ist als Einstieg und Ratgeber für Interessierte an Schulen gedacht. Es soll solide Fakten aus der schwer verständlichen und nach außen weitgehend abgeschlossenen Welt der Korporationen liefern und zur kritischen Auseinandersetzung anregen“, heißt es bedächtig im Vorwort. „Solide Fakten“? Hüstel, hüstel…

Wer die beiden Autoren nicht kennt, könnte anfangs noch glauben, er bekommt ein sachlich ausgewogenes Büchlein präsentiert, muß sich aber nach der Lektüre der ersten Seiten schon eines Besseren belehren lassen. Bereits in den ersten Zeilen werden Verschwörungstheorien aufgestellt, die die Deutsche Burschenschaft im Dunstkreis der NPD verorten. Es stimmt, daß zwei Burschenschafter Abgeordnete der NPD sind. Dies ist nun einmal Fakt. Daraus zu konstruieren, der über 12.000 Mitglieder starke Verband wäre NPD-nah, erinnert an die „Die-Erde-ist-flach-Anschauung“ des Mittelalters. Wider besseren Wissens, die beiden „kritischen“ Autoren dürften wissen, daß ihre Interpretation mehr als unhaltbar ist, versteifen sie sich sogar zu der Aussage, daß zwei Burschenschafter, die der NPD feindlich gegenüber stehen und einen der Abgeordneten kritisch interviewt haben, durch das Interview dokumentieren, daß „das spezielle burschenschaftliche Verständnis von Demokratie und Freiheit sehr wohl mit der neofaschistischen Programmatik vereinbar sein kann.“

Aha, „neofaschistisch“?  Dumm, dümmer, Antifa…

Die undifferenzierte Sichtweise der beiden äußerst linksstehenden Autoren ist natürlich kein Zufall. Auch kein Wunder ist, daß das Buch im linksextremistischen Unrast-Verlag erschienen ist. Das hindert den sozialdemokratischen Vorwärts natürlich nicht, das Buch positiv rezensieren zu lassen. Aber ob sich die sonst so antiextremistisch gebende SPD damit einen Gefallen getan hat? Und wer ist der Rezensent? Der unvermeidliche „Rechsextremismus-Experte“ „Anton Mägerle“. Hinter dem Pseudonym soll ein Journalist stehen, der früher auch einmal im linksextremistischen und vom Verfassungsschutz beobachteten „Der Rechte Rand“ schrieb und dessen heutige publizistische Spielwiese unter anderem der von einem unter STASI-Verdacht stehenden Journalisten gegründete „Blick nach Rechts“ ist, der bei der CDU/CSU-Bundestagfraktion 2004 im Verdacht stand „eine mit Steuergeldern finanzierte Plattform auch für die Verbreitung linksextremistischer Parolen unter dem Etikett der Bekämpfung des Rechtsextremismus“ zu sein.“ Und auch bei AMAZON wird das Buch positiv rezensiert. Rezensent ist dort Dr. Stephan Peters, auch ein „Korporationsexperte“, dessen Abhandlungen wissenschaftlich mehrheitlich nicht ernst genommen werden. Offensichtlich ein Zitierkartell, dessen "Experten" sich gegenseitig hochloben. Interessant sind dagegen allerdings die Foreneinträge, die der Vorwärts-Rezension folgen.

Offensichtlich kann man das Machwerk nicht nur als Burschenschafter, sondern auch als Sozialdemokrat äußerst kritisch sehen. Dem Kommentar eines Sebastian Wurster ist auch aus burschenschaftlicher Sicht zuzustimmen:

„Die Broschüre wird wissenschaftlichen Ansprüchen nicht ansatzweise gerecht. Bei den Verfassern handelt es sich um einschlägig bekannte Akteure aus dem Bereich des Linksradikalismus, die fast ausschließlich in Verlagen publizieren, die der linksradikalen Szene zuzuordnen sind und auch regelmäßig vor einem einschlägigen Publikum ihre Thesen verbreiten. Bei "Felix Krebs" handelt es sich zudem um ein Pseudonym, weshalb eine irgendwie geartete Qualifikation dieser Person nicht nachzuweisen ist. Inhaltlich beschränkt sich die Broschüre auf hinlänglich bekannte und vielfach widerlegte linke Argumentationsmuster und Ideologeme. Verbortes, linksradikales Gerümpel also, daß das Papier nicht wert sein dürfte, auf dem es leider gedruckt wurde.“

Und tatsächlich, die Verfasser sind einschlägig bekannte Autoren, die vor allem im  linksextremen Milieu beheimatet sind. Hinter „Felix Krebs“ versteckt sich ein Hamburger Linksextremist, der als Sprecher des laut Hamburger Verfassungsschutzes linksextrem dominierten  „Hamburger Bündnisses gegen Rechts“ auftritt, das der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) nahe stehen soll.

„Krebs“, der gerne verschleiert, wer sich tatsächlich hinter seinem Pseudonym verbirgt, ist rhetorisch allerdings eine Niete. Seine Vorträge genügen, ähnlich der vorliegenden Publikation, nicht annähernd wissenschaftlichen Mindestansprüchen.  Und genauso verhält es sich auch mit Kronauer. Wo Kronauer ist, sind Linksextremisten nicht weit. Wer Kronauers Verschwörungsszenarien einmal sehen möchte, schaut sich einen seiner Vorträge auf  Youtube an. Kommentar überflüssig! Hoffentlich bekommen möglichst wenig Schüler das Tendenz-Machwerk der beiden "Experten" zu lesen!

Johann G. Hagus (Raczeks Breslau zu Bonn 2003)