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06.01.12Ein Leserbrief eines Burschenschafters

 

Zu:“ Amt und Autorität“, Günther Nonnenmacher, F.A.Z. 05.01.2012

Bundespräsident Wulff hat nicht nur irreparabel seine Amtsautorität verloren, sondern ist „auch als Vorbild und moralische Instanz ausgefallen“. („Amt und Autorität“, Günther Nonnenmacher, F.A.Z. 05.01.2012). Er wirke wie ein „Winkeladvokat“ und läßt „Mangel an Urteilskraft erkennen“ - wegen der verfassungsrechtlich ohnedies eingeschränkten Kompetenz auch bei verminderter fachlicher Qualifikation der Urgrund für dieses Amt.

Das sollte eigentlich auch für Frau Merkel reichen, ihm den Rücktritt nahe zu legen, auch wenn sie sich lange weigerte „Noten zu verteilen“(F.A.Z. 04.01.12)

Noch deutlicher und vernichtender war die Charakterstudie, die die Politikwissenschaftlerin Gertrud Höhler in der ZDF-Abendschau am 03.01.2012 detail -und faktenreich ausbreitete. Kann sich die F.A.Z. überwinden, den Beitrag in ihre hoch geschätzte Zeitung einzustellen? 

Bundespräsident Christian Wulff sucht und ringt ziemlich wabernd um Verständnis für eine aus seiner Sicht wenn auch nicht tadellose, so doch nachvollziehbare Position, die er mit seiner Privatsphäre begründet. Und dennoch „legt sich eine entnervende Verdruckstheit über seine ganze taktierenden Amtsführung, die zu einer selektiven und taktierenden Kommunikation führt“(„Der Anspruch des Bundespräsidenten“, Nils Minkmar, F.A.Z. 03.01.12), wie man sie sonst nur von politisierenden Knallchargen kennt.

Kann man ihm jemals abnehmen, so sein Anspruch, „aus der Tiefe des Raums zu kommen?“(F.A.Z) Fast machte es den Eindruck, neben dem Versprechen nach absoluter Transparenz, er suche gerade in diesem Amt- das des Bundeskanzlers schien ihm doch zu anspruchsvoll- nach „Lebensklugkeit“,so in seinem TV-Interview vom 04.01. die man fraglos hinzu gewinnen mag, wenn man nicht als Politiknovize, der er natürlich nicht ist, dilettieren will. Seine Bürde ist neben seinem unübersehbaren Ehrgeiz an Joachim Gauck gemessen zu werden. Und da mangelt es ihm an Erziehung und an einer in einem totalitären Regime erprobten und bestandenen Sozialisation.

Das wirkliche politische Problem aber ist, dass „unser Parteiensystem dazu führt, dass der Bürger Fehlbesetzungen („Nieten“) in Regierung und Parlament de facto gar nicht verhindern kann“ (Thomas Wieczorek,“Die Stümper“) .

In der Management-Theorie formulierten Laurence J. Peter und Raymond Hull im Jahr 1969 „Das Peter-Prinzip“. Auch für die Funktionselite sollte gelten, dass nicht jeder so lange befördert oder promoviert wird, bis er das Niveau seiner Inkompetenz erreicht hat und Schaden für das Gemeinwohl und das Ansehen unseres Landes anrichtet. Charakterliche Schwächen freilich können nur in einem möglichst verifizierbaren Screening erfaßt werden ,was bei der Fülle von hundert durch Frau Merkel neu herangezogenen „Beratern“ und ihrer nicht immer nachvollvollziehbaren Personalpolitik jenseits der Ochsentour unerläßlich ist („Zahl der Beauftragten unter Merkel stark gestiegen“F.A.Z. 03.01.2012). 

Frau Merkel und das „Peter Prinzip“ sind aber ein eigenes Thema. 

Kurt Ekkehard Goldmann (Germania Halle zu Mainz)