22.02.12Dichtung und Wahrheit
Ein Leserbrief von Dr. Wolfgang Caspart, dem Öffentlichkeitsbeauftragten des Freiheitlichen Akademikerverbandes Salzburg an die Salzburger Nachrichten
Sehr geehrter Herr Petry, sehr geehrter Herr Praher!
Mit großem Interesse haben wir Ihre Beiträge in den Stadt Nachrichten der Salzburger Woche der SN vom 10.2.2 1012 über „Im Netz der Burschenschaften“ als „Thema der Woche“ gelesen. Anlässlich des Wiener „Burschenschafterballs“, der eigentlich ein „Korporiertenball“ (!) ist, erwähnen Sie namentlich acht Salzburger Verbindungen als Burschenschaften, von denen allerdings die Hälfte gar keine Burschenschaften sind, wie schon ihre Namen sagen. Es ehrt zwar, dass diese „Burschenschaften“ nach der Historikerin Embacher „die akademische Intelligenz der FPÖ“ sind.
Nur dass die Frau Professor dies wieder in den scheinbar allbeherrschenden Zusammenhang mit Holocaust und Auschwitz bringt, zeigt die eigentliche Tendenz der Beiträge, nämlich möglichst die FPÖ anzupatzen, welche dabei ist, stärkste Partei in Österreich zu werden. Sie schreiben „Zwischen Tradition und rechtem Gedankengut“, wobei beides in einem freien Land weder inkriminiert noch untersagt ist. Wäre es dies, müsste die FPÖ ja verboten werden, was vielleicht Frau Prof. Embacher und den politischen Gegnern der Freiheitlichen gelegen käme, aber so nicht gespielt wird.
Also wird wieder die allmählich schon langweilige Faschismuskeule geschwungen und in gewohnter Manier „rechts“ mit „rechtsextrem“ und „rechtsradikal“, ja am liebsten mit „faschistisch“ und „nationalsozialistisch“ vermengt. Als Beleg für diese Art von politischem Kleingeld und Embachers wörtlich „extremen Antisemitismus“ der österreichischen Burschenschaften muss natürlich der Privatverein „Dokumentationszentrum des Österreichischen Widerstandes“ (DÖW) herhalten, gerichtsnotorisch (LG f. Strafsachen Wien, Hv 7.899 /92/95 v. 29.4.1997 und OLG Wien, 18 Bs 384/97) eine „kommunistische Tarnorganisation“ und eine „Art-Privat-Stasi“.
Bedient sich die FPÖ wirklich Angehöriger schlagender Verbindungen als „akademische Intelligenz“ - was soll daran so schlimm sein? Für die ÖVP erfüllt diese Aufgabe der CV und für die SPÖ die Freimaurer. Der verklemmte Vorwurf richtet sich doch in erster Linie gegen das Fechten von Mensuren, welche die Spreu vom Weizen trennen, unter dessen Mangel die politischen Mitbewerber offenbar leiden. Für eine gut recherchierte und objektive Berichterstattung in der „unabhängigen Tageszeitung für Österreich“ wäre gedankt.
