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08.01.12Die Verteidigung des Eigenen. Fünf Traktate

 

Martin Lichtmesz: Die Verteidigung des Eigenen. Fünf Traktate (Kaplaken Band 28), Edition Antaios, Schnellroda 2011, 96 Seiten, 8,50 Euro

Wenn sich angesichts der desolaten gesellschaftlichen Situation im heutigen Deutschland die Frage nach den geistigen Grundlagen eines Gegenstandpunkts stellt, so kann es darauf nur eine Antwort geben: Fern von allen vollmundigen Politversprechen und soziologischen Nebelkerzen muß zuallererst das Bewußtsein einer deutschen Identität (wieder) erwachen. Genau dieses Bewußtsein ist es, woran es den angestammten Deutschen mangelt. Veranlaßt durch diesen Mißstand kam der ehemalige Verfassungsrichter Udo Di Fabio zu dem Schluß: „Warum sollte eine vitale Weltkultur sich in eine westliche Kultur integrieren wollen, wenn diese – die nicht genügend Nachwuchs produziert und nicht mehr länger über eine transzendente Idee verfügt – sich ihrem historischen Ende nähert?“ Eine drastische Beschreibung der gegenwärtigen Lage, doch dürfte sie kaum von der Hand zu weisen sein.

An eben dieser Notwendigkeit der Rückbesinnung auf das „Eigene“ der autochthonen Deutschen hat sich der gebürtige Wiener und Wahlberliner Martin Lichtmesz bereits vielfach in der Jungen Freiheit und der Sezession abgearbeitet. Drei seiner brillantesten Aufsätze aus letzterer zu diesem Thema wurden nun, eingerahmt von zwei speziell hierfür verfaßten Essays, in einem Band der Reihe Kaplaken der Edition Antaios versammelt. In einem 3sat-Fernsehbeitrag vom August 2011, in dem das Personal des Instituts für Staatspolitik, deren Hauszeitschrift die Sezession ist, als verschrobene und unterschwellig gefährliche rechte Spinner dargestellt wurde, spricht Lichtmesz in beschwörendem Ton: „Wir müssen das Steuer umlegen, und zwar so bald wie möglich - es ist vielleicht schon fünf nach zwölf!“ Dieser Ruf in der Wüste dringt dem Leser von jeder Seite des schmalen Bändchens entgegen.

Dabei bleibt Lichtmesz dem von seinen Artikeln gewohnten Stil treu. Anstatt Heulen und Zähneknirschen finden sich hier kalte Analyse, pointierte Bissigkeiten und schonungslose Aufdeckung der Fakten. Nur einige wenige Male schreibt sich der Autor in Rage, steht ihm förmlich der Schaum vor dem Mund, wenn angesichts der jahrzehntelangen und völlig absichtlichen „autogenozidalen Krise“ nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen sogenannten westlichen Welt der „grüne Eiter des Ekels“ (Ernst Jünger) zu kochen beginnt. Wo die Deutschen nach dem Willen fremdstämmiger Intellektueller nur noch „eine Bevölkerungsgruppe unter vielen“ sein sollen, da ist entschiedener Widerstand vonnöten. Dazu aber bedarf es Mut im heutigen Deutschland, einem „Irrenhaus voller depressiver Kolonisierter und Schlafwandler, die nicht einmal um ihre eigene Versklavung wissen“. Mut, den Lichtmesz mit seinem Büchlein zu schüren antritt - auch, wenn es sich um den Mut der Verzweiflung handeln mag.

Nils Wegner (Landsmannschaft Darmstadtia Gießen 2008, Landsmannschaft Mecklenburgia-Rostock zu Hamburg 2011)