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21.09.11Das Lied der Deutschen eine „Nazi-Hymne“?

 

BILD Dir eine Meinung? Durch diese Zeitung besser nicht!

Sportlich lief es für die deutschen Kanuten bei ihrer Weltmeisterschaft in Ungarn mittelmäßig. Davon hätte aber kaum jemand erfahren, wenn nicht die Bildzeitung getitelt hätte: „Nazi-Hymne für das Sieger-Duo“. Was war passiert? Hatten die ungarischen Veranstalter das Horst-Wessel-Lied abgespielt?

Nein, es war die erste Strophe des Liedes der Deutschen. Die allerdings reichte aus, um den Bundestrainer Rainer Kießler („entsetzt“) und die Kanutin Debora Nich („Starkes Ding auf alle Fälle“) aus der Fassung und den deutschen Blätterwald zum Rauschen zu bringen. Unbeeindruckt von historischen Fakten, wußte der zuständige Journalist der „Bild“ seinen Lesern zu berichten, daß bereits 1952 „die beiden fragwürdigen ersten Strophen offiziell aus der deutschen Hymne verbannt“ wurden. Denn: „Deutschland, Deutschland über alles” ist seit dem Mißbrauch in der NS-Diktatur  nicht mehr Nationalhymne.“

In dieselbe Kerbe schlug die Berichterstattung von Spiegel-online. Dort war die Rede von einer „geächteten“ Strophe, die „mit den Untaten der Nationalsozialisten und ungehemmtem deutschem Expansionsdrang assoziiert“ würde. Daß das teilweise so ist, dazu trägt eine Berichterstattung bei, die begierig den täglichen „Nazi-Skandal“ sucht und um geschichtliche Fakten entweder nicht weiß oder nicht wissen will.

Daß Heinrich Hoffmann von Fallersleben mit seinem Lied, die Hoffnung breiter Kreise auf ein geeintes und demokratisches Deutschland zum Ausdruck brachte, während in den deutschen Kleinstaaten fürstliche Willkür und Zensur regierte, das fand jedenfalls nirgendwo Eingang in die Berichterstattung.  Angesichts des umfassenden historischen Nichtwissens der jeweiligen Verfasser der Artikel, möchte man ihnen den Satz zurufen: „Lernen Sie Geschichte, Herr Reporter“ (Bruno Kreisky/SPÖ). Dem zuständigen Journalisten der Bild ist alternativ ein Gespräch mit seinem Chefredakteur anzuraten.

Verbandsbruder Diekmann wird ihm als Burschenschafter in dieser Sache hoffentlich kompetent weiterhelfen können. Wo Medien derartige historische Falschmeldungen in die Welt setzen, welche die Geschichte der Deutschen und ihre Nationalsymbole diffamieren, da ist jeder einzelne Burschenschafter gefragt, in Kommentarspalten und Leserbriefen, eine Gegenöffentlichkeit herzustellen. Nur so kann verhindert werden, daß aus der deutschen Geschichte und den aus ihr erwachsenden Symbolen, ein Verbrecheralbum gemacht wird. Denn, wie wirbt die „Bild“ doch so passend: „Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht.“