27.06.11Zweihundert Jahre Alma Mater Berolinensis: VAB Berlin feiert Gründungstag der Berliner Universität
Am 10. Oktober 1810 begannen die Vorlesungen an der neu gegründeten Universität zu Berlin. Der Beginn der Vorlesungen, wie auch die erste ordentliche Senatssitzung der Professoren im Akademischen Senat am gleichen Tage gelten als Geburtsstunde der Alma Mater Berolinensis.
Die zweihundertste Wiederkehr dieses denkwürdigen Ereignisses nahm die Vereinigung Alter Burschenschafter zu Berlin zum Anlaß, der Gründung der Berliner Universität am 9. Oktober 2010 mit einem festlichen Kommers gebührend zu gedenken.
Mit einigem Stolz kann die VAB Berlin auf einen gelungenen Festkommers zurückblicken, an dem etwas mehr als zweihundert Burschenschafter, aber auch Waffen- und Farbenstudenten als Gäste teilnahmen, denn kein weiterer Corporationsverband hatte eine größere Festveranstaltung geplant, um dieses Ereignis in akademisch gebührender Weise zu begehen. So wundert es auch nicht, daß der große Saal im Hause der Großen Landesloge in Berlin-Dahlem bis auf den letzten Platz besetzt war, als die Chargierten einzogen. Außer den Chargierten der Berliner Burschenschaften Germania, Gothia, der Burschenschaft der Märker und der Vereinigten Berliner Burschenschaft Thuringia zogen noch eine Chargenabordnung der Jenaischen Burschenschaft, der Burschenschaft Redaria-Allemannia (für Allemannia Berlin) und der Burschenschaft Germania Bonn (für Neogermania Berlin) ein.
Mit Goethes Bundeslied, vom Leiter des ersten Berliner Studentenchores und Berliner Duz-Freunde Goethes, Carl Friedrich Zelter vertont, eröffnete der Kommersleiter, Verbandsbruder Torsten Lüdtke (Märker Berlin, Germania Berlin), den Kommers. Unter den zahlreichen Gästen waren der frühere Regierende Bürgermeister von Berlin, Verbandsbruder Eberhard Diepgen (Saravia Berlin), der Vorsitzende des Verbandes Alter Corpsstudenten (VAC) zu Berlin, Dr. Achim Günther (Corps Franconia Jena zu Regensburg) sowie ein Vorstandsmitglied des Ortsverbandes Alter Herren im Coburger Convent (AHCC) vertreten. - Auch einige Teilnehmer der an diesem Wochenende in Berlin stattfindenden Studentenhistoriker-Tagung nahmen am Kommers teil und gaben diesem den Vorzug.
Die Festansprache hielt Regierungsdirektor a.D. Verbandsbruder Pommerenke (Redaria-Allemannia Rostock), die er mit Titel „ Alma Mater Berolinensis – Eine Erfolgsgeschichte“ überschrieben hatte. In seiner Rede verwies er auf den unerhört steilen Aufstieg der – mit Allerhöchster Kabinettsordre vom 16. August 1809 durch König Friedrich Wilhelm III. – gegründeten Universität, die in Jahr darauf (1810) als klassische Volluniversität mit vier Fakultäten Theologie, Jura, Medizin und Philosophie ins Leben getreten sei. Schon in der Anfangszeit seien unter den Professoren so bedeutende Lehrer, wie der Theologe Friedrich Schleiermacher, der Rechtslehrer Karl Friedrich von Savigny, der Mediziner Christoph Wilhelm Hufeland, der Philosoph Johann Gottlieb Fichte, gewesen.
Dieser erfolgreiche Weg habe sich, so führte Verbandsbruder Pommerenke weiter aus, durch das gesamte 19. Jahrhundert hindurch fortgesetzt, wofür auch die große Anzahl bedeutender Wissenschaftler und Nobelpreisträger – wie etwa der Physiker Albert Einstein oder der Historiker Theodor Mommsen – am Beginn des 20. Jahrhunderts als Gipfelpunkt ständen. Zurecht erinnerte Verbandsbruder Pommerenke auch an den schwierigen Weg der Berliner Universität in der Zeit der Diktatur und der deutschen Teilung, in der schließlich auch die Freie Universität Berlin gegründet und die Technische Hochschule zur Technischen Universität umgestaltet wurde.
Einen kurzen Rückblick widmete sich der Vortragende auch den Jubiläumsfeiern des Jahres 1910, in dessen Verlauf ein - heute riesig anmutender - Kommers aller Berliner Corporationen stattfand. Wie schon 1910 zur Hundertjahrfeier, erklang nach der Festansprache das Kommerslied „Gaudeamus igitur“.
Zu diesem, wie auch zu den anderen Liedern des Kommerses sprach Verbandsbruder Lüdtke als Präside einige verbindende Worte zur Einleitung, die die besondere Beziehung zwischen dem Lied und der Universität Berlin in den Blick nahm und darstellte. Die kurzen Einführungen zu den Liedern kamen bei den Kommersteilnehmern gut an und wurden vielfach gelobt.
Grußworte sprachen Dr. Achim Günther (Corps Franconia Jena zu Regensburg) für den VAC Berlin sowie Waffenbruder Heiner Frisch (Germania Erlangen Teutonia Jena) für die Jenaische Burschenschaft, ebenso die Burschenschaft Teutonia Jena und das Süddeutsche Kartell vertretend.
Mit dem Burschenschafterlied endete der Kommers anläßlich des Universitätsjubiläums, der als akademische Festveranstaltung sicher der gelungene Höhepunkt des Jahres 2010 für die VAB Berlin war und der allen Anwesenden noch lange in guter Erinnerung sein wird.
Torsten Lüdtke (Märker Berlin 1994, Germania Berlin 2008)


