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01.12.1151. Ulrichsberg-Gedenkfeier in Kärnten

 

Chargierte unterschiedlicher Korporationen beim Treffen.

Ein Blick zum Veranstaltungspodium.

Der Ehrenhain am Ulrichsberg.

Am 17. September 2011 war es wieder soweit. Die Ulrichsberggemeinschaft lud zum 51. Mal zur traditionsreichen Ulrichsberg-Gedenkfeier nach Kärnten, der auch in diesem Jahr zahlreiche Burschenschafter folgten. Traditionell chargieren dort auch verschiedene Korporationen, welche damit die lange Verbundenheit der Korporierten mit dem Gedenken am Ulrichsberg anschaulich demonstrieren. Sie sind seit jeher ein fester Bestandteil der Feierlichkeiten. So fanden sich neben Pennal-Burschenschafter aus Österreich auch Korporierte aus der Bundesrepublik zu der Feier ein.

Obwohl seit dem Jahr 2009 auf Grund des verstärkten politisch-korrekten Drucks das österreichische Bundesheer nicht mehr offiziell als Teilnehmer und Unterstützer auftreten darf, konnte in diesem Jahr wieder die übliche und traditionelle Gedenkfeier samt Gottesdienst, Ansprachen und Kranzniederlegungen direkt am Berg stattfanden. Das Wegbleiben des Bundesheeres wurde auch während des Festaktes kritisiert. Beim Gedenken nahmen auch zahlreiche Fahnenabordnungen von Traditions- und Veteranenverbänden aus ganz Österreich teil.

Zur Geschichte des Gedenkens
Die Ulrichsberggemeinschaft (=UBG) wurde in der Nachkriegszeit von Weltkriegsveteranen und Kriegsheimkehrern mit dem Ziel gegründet, auf dem Ulrichsberg in Kärnten eine Gedenkstätte für alle Gefallenen der beiden Weltkriege als auch des Kärntner Abwehrkampfes nach dem 1. Weltkrieg zu errichten. Das Ziel der UBG ist hierbei die Pflege der Heimkehrergedenkstätte auf dem Ulrichsberg nahe Klagenfurt sowie die Organisation eines jährlichen Treffens von Kriegsveteranen, deren Angehörigen und auch von Menschen, die die Leistungen der Erlebnisgeneration würdigen wollen. Deshalb gehören die chargierenden Pennalien ebenso zur jährlichen Ulrichsberg-Feier wie die Teilnahme von Politikern verschiedener Parteien (zum Beispiel Jörg Haider oder Uwe Scheuch).

Der Ulrichsberggemeinschaft gehören verschiedene Kärntner Politiker an, unter anderem war der ehemalige Klagenfurter Bürgermeister Leopold Guggenberger (ÖVP) einst Präsident, dem der ehemalige Landeshauptmannstellvertreter Rudolf Gallob (SPÖ) folgte. Der Ex-Bundesminister Herbert Haupt (FPK) oder auch der Klagenfurter Bürgermeister Harald Scheucher (ÖVP) traten bereits als Redner am Berg auf. Dessen Vater Blasius Scheucher diente im 2. Weltkrieg als Gebirgsjäger und war Mitbegründer der Gemeinschaft. Sie unterstützten bzw. unterstützen die Gemeinschaft als Mitglieder oder als Redner. Seit dem Jahr 2002 kann sich die Ulrichsberggemeinschaft zum Mißfallen linker Kräfte nicht nur mittels Spenden, sondern auch zu einem wesentlichen Anteil aus öffentlichen Zuwendungen des Landes Kärnten finanzieren und somit auch den Erhalt des Ehrenhains innerhalb der Gedenkstätte am Ulrichsberg sicherstellen.

Seit dem Jahr 1958 findet die Gedenkfeier direkt auf dem Ulrichsberg statt und hat in dieser Zeit viele bekannkte Politiker und verdiente Menschen als Redner zu Gast gehabt. Einer der wohl bekanntesten ist der verstorbene Jörg Haider, der beispielsweise im Jahr 2000 feststellte " [...] es kann nicht so sein, daß die Geschichte unserer Eltern und Großeltern aufgrund absonderlicher Kommentierungen zu einem Verbrecheralbum gemacht wird und ihre Leistungen von der Geschichte mit Füßen getreten werden."

Zurück zur Gegenwart
Auch dieses Jahr fand neben der Gedenkfeier der traditionelle Kameradschafts- und Heimatabend im Kursaal Krumpendorf statt, bei dem sich jung und alt begegneten und Erfahrungen als auch Geschichten austauschten. Der Festabend wurde begleitet durch musikalische Untermalung als auch weitere Ansprachen. Der Festabend endete mit dem gemeinsamen Singen von Soldaten- und Heimatliedern. Dies war ein schönes Zeichen der Verbundenheit der zahlreich vertretenen Jugend mit den Frontkämpfern der Kriegsgeneration. Auch hierbei waren wie schon in den Jahren zuvor Burschenschafter anwesend, welche hiermit ein Zeichen für die Anerkennung der Leistung unserer Väter oder Großväter setzten. Dieses Jahr nahmen unter anderem Burschenschafter der Bünde Cheruskia zu Graz, Dresdensia-Rugia zu Gießen oder auch Danubia zu München teil.

Obwohl die Gedenkfeier in den vergangenen Jahren von Protesten der linksradikalen „Antifa“ begleitet war, konnte dieses Jahr das Programm ohne Störung „von links“ durchgeführt werden, was als Erfolg verbucht werden kann. Den Höhepunkt der roten Gewalt bildete die Zerstörung des Ehrenhains in der Nacht auf den 17. August 1997. Hierbei wurde die Gedenkstätte am Ulrichsberg beschmiert und die dort angebrachten Gedenktafeln zerstört. Zu der Aktion bekannte sich ein antifaschistisches „Kommando z.a.l.a.“. Seither kam es glücklicherweise zu keinen Zwischenfällen in diesem Ausmaß mehr.

Der Festakt fand dieses Jahr im Klagenfurter Konzerthaus statt. Der Klagenfurter ÖVP-Stadtrat Peter Steinkellner hielt hier die Festrede. Er betonte den Gründungsgedanken der Ulrichsberggemeinschaft, die sich dem Motto "Nie wieder Krieg" verschrieben habe.

Als Wehrmutstropfen muß festgestellt werden, daß dieses Jahr weniger Menschen dem Ruf des Ulrichsberges folgten und die Teilnehmerzahlen im Vergleich zu den letzten Jahren geringer waren. Zum einen dürfte dies wohl an dem zunehmend hohen Alter der Frontgeneration liegen als auch an anderen Faktoren wie Terminüberschneidungen bei Festrednern oder den Anreisekosten von ausländischen Teilnehmern. Hierbei muß festgehalten werden, daß am Ulrichsberg bis heute Teilnehmer aus den verschiedensten Staaten wie Flandern, Ungarn, der Schweiz, den Niederlanden, Deutschland, Italien, Australien, Schweden, Finnland und den USA vertreten sind. Diese vielen Teilnehmer aus den verschiedensten Ländern machen klar, welch großen Bekanntheitsgrad diese Gedenkfeier für die Gefallenen in der Welt besitzt. Einer der Festredner beispielsweise war ein italienischer Bürgermeister aus Norditalien, der die Tradition am Ulrichsberg zu sprechen wieder aufgenommen hat, nachdem sein Vorgänger diese unterbrochen hatte. Auch hier zeigte sich die völkerverbindende Wirkung des Ulrichsberges.

Abschließend machte der heutige UBG-Präsident Engelbert Tautscher klar, daß auch in den nächsten Jahren das Ulrichsberg-Gedenken stattfinden würde. Da dieses Jahr die Feier zweigeteilt stattgefunden hat (am Berg und im Konzerthaus), will man zurück zum Ursprung und die Gedenkfeier in alter Form allein auf dem Ulrichsberg zelebrieren. "Wir wollen wieder zum Ursprung zurückkehren und die Feier am Berg veranstalten“, so Tautscher.

In diesem Sinne gilt es bereits für das nächste Jahr: Der Ulrichsberg ruft!

Armin Allmendinger (Ceres zu Nürtingen 2008/2009, Rheinfranen Marburg 2010/2011)

 

Für Kontakt oder nähere Informationen:

Ulrichsberggemeinschaft (UBG)

Kumpfgasse 20/II

Postfach 11

A-9020 Klagenfurt