Heftarchiv der Burschenschaftlichen Blätter
|
| Burschenschaftliche Blätter, Ausgabe 3/2005 |
23. Oktober 1955: Die Saar blieb deutsch!
Bonn und Adenauer verloren eine Schlacht
von Henning Lenthe (Danubia München)
Vor siebzig Jahren, am 13. Januar 1935, entschied sich die Saarbevölkerung zum 1. Mal mit 94 Prozent für eine Beseitigung der aufgezwungenen Trennung und die Rückkehr ins deutsche Vaterland. Vor fünfzig Jahren, am 23. Oktober 1955, erfolgte zum zweiten Mal an der Saar durch Volksabstimmung eine Entscheidung für Deutschland und setzte damit einen Schlußpunkt hinter das Bestreben des französischen Nachbarn, seine Grenze auf Kosten deutschen Volksraumes weiter nach Osten zu verschieben. Dieses letzte Ereignis, durch welches nach dem 2. Weltkrieg deutschen Menschen zum ersten Mal das Recht auf Selbstbestimmung eingeräumt worden war, soll durch diesen Beitrag in Erinnerung gerufen werden. Vor fünfzig Jahren wurde über das Statut zur Europäisierung der Saar abgestimmt. Dieses Statut war ein Vertragswerk zwischen Frankreich und Deutschland, ausgearbeitet, ohne die Saarvertreter zu befragen. Die saarländische Bevölkerung sollte lediglich auf den Tag ein Jahr später durch Volksentscheid über die Gültigkeit entscheiden. Als gebürtiger Saarländer, Jg. 1934, Abiturient 1955 und als Praktikant auf den Saargruben Zeitzeuge der hier beschriebenen Ereignisse, ist es für mich immer wieder überraschend, mit wieviel Unkenntnis in fast allen Teilen der deutschen Bevölkerung jenes Ereignisses - wenn überhaupt - gedacht wird.
Das Saarlied
Das Saarlied ist die alte und heutige Landeshymne des Bundeslandes Saarland. Während der französischen Besatzung wurde versucht, ein anderes Lied einzuführen, das sich aber nicht durchsetzte. An ein Verbot des Saarliedes wagte man sich allerdings nicht heran.
1. Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar!
Und deutsch ist unseres Flusses Strand
und ewig deutsch mein Heimatland.
2. Deutsch bis zum Grabe, Mägdlein und Knabe;
Und deutsch das Lied und deutsch das Wort
Und deutsch der Berge schwarzer Hort.
3. Deutsch schlägt das Herz stets himmelwärts.
Deutsch schlug´s, als uns das Glück gelacht,
deutsch schlägt es auch in Leid und Nacht!
4. Reicht Euch die Hände, bindet ein Band.
Und jedes Volk, das deutsch sich nennt,
in dem die heiße Sehnsucht brennt
nach Dir, o Mutter, nach Dir!
5. Ihr Himmel hört, ganz Saarvolk schwört:
Laßt es uns in den Himmel schreiben,
wir wollen niemals Knechte sein,
wir wollen ewig Deutsche sein!
Saarbrücker Burschenschaft Germania im Saarkampf
von Walter Henn und Lothar Köth (beide Germania Saarbrücken)
Als die Universität des Saarlandes in den Jahren 1946/47 in Homburg/Saar (medizinische Fakultät) und Saarbrücken (rechts- und wirtschaftswissenschaftliche, philosophische und naturwissenschaftliche Fakultät) gegründet worden war und der erste Studentenschub von Kriegsteilnehmern einsetzte, gab es sehr bald Überlegungen verschiedenster Art, studentische Verbindungen nach traditionellem deutschen Vorbild oder sonstige studentische Vereinigungen ins Leben zu rufen.
50 Jahre Volksabstimmung an der Saar:
"Ein bedeutender Sieg des Selbstbestimmungsrechts"
Volkmar Zühlsdorff im Interview mit Bernd Kallina (Danubia München 1973)
Jahrzehntelang war umkämpft und umstritten, in welchen Staat das Saarland gehören sollte. In den französischen oder in den deutschen Staat? Zweimal wurden die Saarländer dazu ausdrücklich befragt. Sie entschieden sich in den 30er Jahren und dann 1955 beide Male mit großer Mehrheit für Deutschland. Ein Sieg des Selbstbestimmungsrechts und der demokratischen Idee?
Vor 75 Jahren - Rheinlandbefreiung
von Harald Lönnecker (Normannia-Leipzig zu Marburg)
Während der Weimarer Republik tagte der ordentliche Burschentag nur dreimal nicht in Eisenach: 1922 in Salzburg zur Kundgabe des Anschlußwillens und der Zusammengehörigkeit aller Deutschen, 1924 in Danzig zur Bekräftigung "Danzig ist deutsch!" und vom 22. bis 24. Mai 1931 in Bingen und Rüdesheim am Rhein unterhalb des Niederwalddenkmals. Über den Grund der Wahl dieses Ortes sagt die Festschrift: "Die deutsche Burschenschaft am deutschen Rhein! Knapp ein Jahr wird bald dahingegangen sein, seit die schwarzen und weißen Soldaten unseres Erbfeindes von den Ufern unseres Rheines verschwanden. Bleiben aber wird die Mahnung an die Zeiten tiefer Schmach, da der Gallier zu beiden Seiten des Rheines sich als Herr aufspielen und deutsches Volk knechten durfte, bleiben wird die Hoffnung, die wir aus der Treue des rheinischen Volkes schöpfen, das alles Leid ertrug und sonderbündlerischen Verrat von sich wies, die Hoffnung, daß, wenn die Zeit erfüllt sein wird, Deutschland wieder frei und mächtig sein werde. Dann wird keine französische Fahne mehr an des Rheines Ufern wehen und auch Erwin von Steinbachs hochragendes Denkmal wieder in Obhut des deutschen Reiches stehen. Deutscher Rhein!" Hier wurde der Abzug der Besatzungstruppen gefeiert und der Anspruch auf ein deutsches Elsaß-Lothringen bekräftigt.
Schiller-Feiern in Wien
von Bruno Burchhart (Olympia Wien)
Mit einem bedeutenden Schiller-Symposium auf der Wiener Universität und einem erhebenden Schiller-Kommers in der traditionsreichen Wiener Hofburg feierten die nationalen Farbenstudenten aus dem gesamtdeutschen Raum den genialen Dichterfürsten Friedrich Schiller zu seinem 200. Todesjahr.
Königsberg-Kommers: Interkorporatives Bekenntnis zur deutschen Kulturnation
von Bernhard Knapstein (Germania Köln)
Nach eigener Aussage rektal erkrankt waren rund 150 Demonstranten von der Universität Hamburg und der vom Verfassungsschutz beobachteten linksextremistischen VVN/BdA. Zur sowjetischen Nationalhymne skandierten die dennoch Erschienenen auf dem Universitätscampus "Lieber ein Geschwür am ... als ein deutscher Burschenschafter." Von alledem bekamen rund 500 Korporierte aus Deutschland und Österreich nicht viel mit, die am 22. April 2005 in den Hamburger Mozart-Sälen an dem großen Akademischen Feierlichen Festkommers des Hamburger Waffenrings (HWR) aus Anlaß der 750jährigen Wiederkehr der Stadtgründung Königsbergs teilnahmen.
Ausgrenzung der "Jungen Freiheit" rechtswidrig - Karlsruhe stoppt NRW-Geheimdienst
von Samuel Weidfels
Schwere Niederlage für den Verfassungsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) und gleichzeitig ein großer Sieg für die Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik Deutschland: die national-konservative Wochenzeitung "Junge Freiheit" (JF) darf laut Ende Juni verkündetem Urteil des Karlsruher Bundesverfassungsgerichts (BVG), nicht mehr als "rechtsextremistisch" durch Publikationen der Überwachungsbehörde eingestuft werden. Dies verstoße gegen die Pressefreiheit, so die Entscheidung des Ersten Senats unter der Leitung des Präsidenten des höchsten deutschen Gerichts, Hans-Jürgen Papier. Damit hob Karlsruhe die Entscheidungen des Verwaltungsgerichts Düsseldorf und des Oberverwaltungsgerichts Münster auf, die die Aufnahme des Blattes in die NRW-Verfassungsschutzberichte gebilligt hatten.
Pro: Studiengebühren an deutschen Hochschulen
von Dr. Hartmann Kleiner, Rugia Berlin (1961)
Im Gegensatz zum Verbandsrat der Deutschen Burschenschaft begrüße ich die geplante Einführung von Studiengebühren an unseren Universitäten sehr. Warum? Die deutschen Hochschulen sind in ihrer heutigen Form dem Wettbewerb um exzellente Professoren und vielversprechende Studenten nicht mehr gewachsen. Aus der Universität Humboldtscher Prägung hat sich eine Masseneinrichtung entwickelt, die weder in der Lehre noch in der Forschung Spitzenqualität abliefern kann...
Contra: Studiengebühren an deutschen Hochschulen
von Sven Weihmann, Cheruscia Dresden (2000)
Studiengebühren in der Bundesrepublik werden nicht, wie von den Landesregierungen versprochen, die Qualität der Lehre verbessern. Dazu brauchen wir nur den Blick in die Republik Österreich zu werfen. Zwar erhalten hier die Hochschulen die eingenommenen Studiengebühren inzwischen direkt, aber haben unter dem Deckmantel der erweiterten Autonomie die staatlichen Zuwendungen um mehr als die eingenommenen Studiengebühren gekürzt bekommen...
Raus aus den Häusern! - Vielfältige burschenschaftliche Aktivitäten
selbst verbandsintern noch immer zu wenig beachtet
von Christoff Amendt (Normannia-Nibelungen Bielefeld), Thorsten Elsholtz (Gothia Berlin), Philipp Kullen (Alemannia München), Heiko Pätzmann (Germania Hamburg), Carsten Trapp (Hilaritas Stuttgart) und Wolf Weber (Germania Gießen)
Natürlich kann auch der engagierteste Burschenschafter unmöglich überall dabei sein. Doch in der Regel hat er auch gar keine Chance. Die weitaus meisten burschenschaftlichen Veranstaltungen auf unseren Häusern bleiben einem kleinen, mehr oder weniger zufälligen Kreis rund um die Aktivitas der veranstaltenden Bünde vorbehalten. Häufig nehmen weder die örtliche VAB noch nahe Verbandsburschenschaften - geschweige denn die Öffentlichkeit - bewußt zur Kenntnis, was ihnen entgeht. Und wenn der Vortrag, die Fahrt oder der Themenabend vorbei sind, werden sie zumeist schnell wieder vergessen.

