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Heftarchiv der Burschenschaftlichen Blätter

BBL 1/2005

 

Burschenschaftliche Blätter, Ausgabe 1/2005
Schwerpunktthema: Deutsche Sprache


• Burschenschaft und deutsche Sprache 1815-1935
• Kultur und Sprache als Aufgabe der Burschenschaft
• Mit dem Urduden zur einheitlichen deutschen Rechtschreibung
• Schriftgeschichte: Fraktur
• Bruckner und Wagner gibt es den politischen Musiker?
• und weitere Aufsätze

"So weit die deutsche Zunge klingt ..."- Burschenschaft und deutsche Sprache 1815-1935
von Harald Lönnecker
Die Zeile "So weit die deutsche Zunge klingt ..." aus der sechsten Strophe von Ernst Moritz Arndts "Was ist des Deutschen Vaterland?" (1813/14) ist die Antwort auf die gestellte Frage und gibt zugleich einen Eindruck vom Verhältnis der deutschen Burschenschaft zur deutschen Sprache. Deutsche Sprache ist ein Aspekt des Deutschseins.


Die deutsche Kultur und Sprache als neue zentrale Aufgabe der Deutschen Burschenschaft?
Von Klaus Meyer-Stoll
Die politische Wirksamkeit der Deutschen Burschenschaft ist seit Jahrzehnten minimal. Im Gegenteil hat ihre politische Betätigung häufig zu innerverbandlichen Auseinandersetzungen und zu einem schiefen Bild der Burschenschaften in der veröffentlichten Meinung und in der Öffentlichkeit geführt. Dazu bedarf es wohl keiner weiteren Erörterung.


Mit dem "Urduden" für eine Mark zur einheitlichen deutschen Rechtschreibung
von Matthias Wermke
Wir schreiben den 7. Juli 1880. Im Verlag Bibliographisches Institut in Leipzig erscheint ein 187 Seiten starker Band mit dem Titel "Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache". Der Autor: Dr.Konrad Duden, Direktor des Königlichen Gymnasiums zu Hersfeld.


Guccihuahua - Großbritánamo - Powerpointillismus
von Carsten Bothe
Der Journalistenpreis PONS PONS für kreative Wortschöpfungen wurde am 3. Februar in Berlin an neun Journalisten vergeben. Der Stuttgarter Wörterbuchverlag PONS zeichnete am 3. Februar in der Berliner Kalkscheune bereits zum fünften Mal kreative Journalisten für ihre Wortschöpfungen mit dem Medienpreis PONS PONS aus. Mit dem undotierten Medienpreis will PONS zur Reflexion über Sprache anregen und den "kreativen Umgang mit ihr in den Medien honorieren, auch - oder gerade - weil diese Wörter nur in den seltensten Fällen später in einem Wörterbuch auftauchen", sagt Philipp Haußmann, 39 Jahre, Geschäftsführer von PONS und Gastgeber des Abends. Eingereicht werden können Wörter, die 2004 erfunden und erstmals in einem journalistischen Medium veröffentlicht wurden.


Schriftgeschichte: Fraktur
von Carsten Bothe
Der Ausdruck "Fraktur" (lat.: "Bruch") besagt, daß die aus dem klassischen Altertum stammenden runden Linien der Buchstaben Brechungen erfuhren. Dieser Vorgang begann schon um 1150, als auch in der Baukunst die romanischen Rundbögen gotisch gebrochen wurden. Als erste Schriftgruppe entstand so in den Schreibstuben Nordfrankreichs die gotische Form. Diese hohe, schmale Schrift bildete Johannes Gutenberg noch in dem ersten Druckwerk des Abendlandes, der 42-zeiligen Bibel von 1455, nach. Um 1470 erscheint dann auf deutschem Boden die zweite gebrochene Schriftgruppe: Die "Schwabacher", benannt vermutlich nach dem Ort Schwabach bei Nürnberg. Als Martin Luther mit seiner Bibelübersetzung zur Entstehung einer einheitlichen Schriftsprache beitrug, gab die Schwabacher Schrift der Sprache eine vorzügliche Gestalt.


Deutsche Schreibschrift - was ist das?
von Carsten Bothe
Eine Frage, auf die man viele Antworten bekommen kann - und meist dazu noch ganz unterschiedliche.


Bruckner und Wagner - gibt es den politischen Musiker?
von Cornelius Eberhardt
Es kommt die Frage auf, ob Bruckner und Wagner zu politischen Künstlern geworden sind, weil sie nationalistisches Gedankengut gedichtet oder verwendet haben. Auch müssen wir uns fragen, ob sie dadurch in eine politische Dimension gerückt werden dürfen, weil sie zwei Generationen später politisch gebraucht und mißbraucht worden sind.