Heftarchiv der Burschenschaftlichen Blätter
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| Burschenschaftliche Blätter, Ausgabe 2/2004 |
Grußwort des Oberbürgermeisters der Wartburgstadt Eisenach
von Oberbürgermeister Gerhard Schneider
Ein herzliches Willkommen den Teilnehmern des Burschen- und Altherrentages in Eisenach! Ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt in unserer Stadt, interessante Diskussionen und viele angenehme Begegnungen. Erneut steht das Treffen der Deutschen Burschenschaft in Eisenach unter einem Thema, das den Blick auf ein bedeutendes, wenn auch nicht nur positives Kapitel der deutschen Geschichte lenkt.
Der Widerstand gegen die nationalsozialistische Terrorherrschaft hat zwei recht widerstreitende Aspekte: Einerseits stellt sich bis heute die Frage, warum es nur so wenige waren, die sich aktiv gegen die Diktatur einsetzten und versuchten, die Freiheit zu verteidigen. Noch immer scheint es eines der großen Rätsel, wie viele Millionen Deutsche in die Naziherrschaft verstrickt waren und wie viele bis zuletzt bereit waren, "für Führer und Vaterland" die völlige Zerstörung Deutschlands und Millionen Tote in Kauf zu nehmen. Auch in Eisenach hat niemand protestiert oder gar eingegriffen, als die Juden, die bis dahin angesehene Bürger gewesen waren, ab 1933 immer mehr drangsaliert und schließlich 1942 unter den Augen der Öffentlichkeit in die Vernichtungslager deportiert wurden. Andererseits ist da wenigstens die Gewissheit, dass es selbst in finstersten Zeiten mutige Männer und Frauen gab, die alles riskierten, um Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit zu retten: Sie waren bereit, ihr Leben zu opfern, damit das Leben vieler anderer weitergehen konnte. Die Männer des 20. Juli gehören sicher zu den herausragendsten Beispielen für den Widerstand gegen Hitler.
Nicht weniger couragiert waren aber auch viele andere, die sich widersetzten - seien es Einzelne wie Johann Georg Elser oder Gruppen wie die "Weiße Rose", die Frauen in der Berliner Rosenstraße, die Aufständischen im Warschauer Ghetto oder die Mitglieder der Resistance und zahlreicher anderer Widerstandsgruppen in Deutschland und in den besetzten Ländern. Sie alle verdienen, nicht vergessen zu werden. Die Widerständigen von damals mahnen uns, keine Diktatur mehr zuzulassen und die Freiheit gegen ihre Gegner zu verteidigen. Gerade wir in den jungen Bundesländern wissen was es heißt, in Unfreiheit zu leben. Sicherlich gibt es zu diesem und zu weiteren Themen des Burschentags viel zu diskutieren.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie neben den Debatten auch ein wenig Zeit finden für einen Bummel durch die Stadt oder einem Besuch in unseren Museen. Eisenach hat für den gemütlichen, abwechslungsreichen Zeitvertreib eine Menge zu bieten - das ist nicht erst seit "Dr. Kleist" bekannt! Der Vorsitzenden "Alte Rostocker Burschenschaft Obotritia" wünsche ich viel Erfolg und einen reibungsfreien Verlauf des Burschen- und Altherrentages 2004.
Bevölkerungswandel, Bevölkerungspolitik und Zeitgeist
von Volkmar Weiss
Die Betrachtung demographischer Entwicklungen unterliegt dem Zeitgeist und der "Political correctness", so daß notwendige Maßnahmen zur Erhaltung des deutschen Volkes nicht oder viel zu spät ergriffen werden. Anhand eines historischen Beispiels zeigt der Autor, daß die bereits vorhergesagten Ereignisse in für Politiker zu langen Zeiträumen - 20 bis 30 Jahre - Realität werden.
Die Kosten unseres Sterbens
von Frank Schirrmacher
Frank Schirrmacher hat in seinem Buch "Das Methusalem-Komplott" viele Thesen zu den sozialen Folgen des Alterns aufgestellt, in diesem ausgewählten Kapitel geht es um die Verantwortung des alternden Menschen gegenüber dem Vaterland, ein aus burschenschaftlicher Sicht höchst interessanter Aspekt.
Das Studentenlied und die Burschenschaft heute
von Rudolf Mang
Die Burschenschaft in ihrer korporativen Ausformung und das Studentenlied sind von Anfang an eine untrennbare Einheit. Sie sind es in gewissem Sinne auch heute noch. Daneben gibt es aber auch die schon seit mindestens 50 Jahren gestellte Frage, ob das studentische Liedgut, so wie es in der Korporation gepflegt wird, noch in diese Zeit paßt, ob es noch den ursprünglichen Aussagewert hat, ob es denn nicht neue Formen gibt, die hier Ersatz für ein Liedgut bilden könnten, das im wesentlichem in 19. Jahrhundert und früher entstanden ist.
Das Kulturprogramm des Denkmalerhaltungsvereins Eisenach e.V.
von Eberhard Schatz
Bereits im dritten Jahr wirkt der Denkmalerhaltungsverein Eisenach e.V. am Kulturgeschehen der Wartburgstadt mit. Die Veranstaltungen am Burschenschaftsdenkmal sind ein fester Anlaufpunkt für die Eisenacher geworden. Nicht nur die abwechslungsreichen Darbietungen an der jährlich stattfindenden Eisenacher Kulturnacht werden gut besucht, auch die jeweils am ersten Sonntag im Monat Juli und August veranstalteten Jazzfrühschoppen erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Strategie des DEV, das Burschenschaftsdenkmal als Sympathieträger für die Deutsche Burschenschaft in Eisenach und Umgebung zur instrumentalisieren, ist voll aufgegangen.
Zehn Jahre wiedererrichtete "Grüne Tanne" in Jena
von Peter Kaupp
Vor zehn Jahren, am 10.6.1994, beging die Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller mit einem feierlichen akademischen Festakt in der Aula der Friedrich-Schiller-Universität Jena die historisch getreue Wiedererrichtung der "Grüne Tanne" und den Einzug in ihre neue Heimstätte. In Folge der Wiedervereinigung war die Burgkellerburschenschaft, seit 1949 in Mainz, bereits 1991 nach Jena zurückgekehrt, wo sie zunächst eine neue Bleibe fand.

