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Heftarchiv der Burschenschaftlichen Blätter

BBL 1/2003

 

Burschenschaftliche Blätter, Ausgabe 1/2003
Schwerpunktthema: Burschenschaften an Fachhochschulen



Alte Brünner Burschenschaft Suevia zu Coburg
Heinz Grau (Alte Brünner Burschenschaft Suevia zu Coburg 1981)
Zur Gründungszeit, 1911 in Brünn (Mähren), lautete der Wahlspruch der Alten Brünner Burschenschaft Suevia zu Coburg: "Ehre! Freiheit! Vaterland! Getreu der Farbe, treu dem deutschen Vaterland! Treu laßt uns zusammenhalten bis zum letzten Atemzug!". Ihre Farben sind schwarz-rot-gold auf grünem Grund, ihre Mütze ist eichenlaubgrün mit goldenem Vorstoß. Sie fand sich nach dem Zweiten Weltkrieg, 1952, zunächst unter dem Namen "Alte Brünner Burschenschaft Suevia zu Regensburg" wieder zusammen. Zwei Jahre später wurde in Coburg eine zweite Aktivitas ins Leben gerufen und 1977 kam es zur Bildung der eigenständigen Bünde Regensburg und Coburg. 1989 wurde ihr Verbindungshaus in Coburg nach aufwendiger Renovierung eingeweiht.


Alte Brünner Burschenschaft Suevia zu Regensburg
Karl Heinz Hartmann (Alte Brünner Burschenschaft Suevia zu Regensburg 1965)
Am 26. Oktober 1952 erfolgte die Wiedergründung der Brünner Burschenschaft Suevia zu Regensburg. Sie ist eine der ältesten Burschenschaften in Regensburg und hat ihre Wurzeln in der Burschenschaft Suevia, die am 26. Februar 1911 in Brünn gegründet wurde. Ihre Farben sind schwarz-rot-gold auf grünem Grund und ihre Mütze ist eichenlaubgrün mit goldenem Vorstoß. Gemäß burschenschaftlicher Tradition lautet ihr Wahlspruch: "Ehre! Freiheit! Vaterland!".


Burschenschaft Ascania zu Friedberg
Manfred Wetz (Burschenschaft Ascania zu Friedberg 1973)
An der Friedberger "Gewerbe-Akademie" wurde die Burschenschaft Ascania zu Friedberg 1902 gegründet. Ihre Namensgebung geht auf das Fürstengeschlecht der Askanier zurück. Sie wählte die Farben schwarz-weiß-grün und den Wahlspruch "Ehre-Freiheit-Vaterland!". Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der Bund Ende 1949 wieder aktiviert werden und das Korporationsleben in Friedberg kam in den 1950er und 1960er Jahren zu einer neuen Blüte. Seit 1956 hat Ascania in der Friedberger alten Burgwache ihr Zuhause.


Burschenschaft Cimbria zu Lemgo
Thomas Koch (Burschenschaft Cimbria zu Lemgo 1981)
Nach dem Ersten Weltkrieg nahmen die alten Polytechniken in den Städten Lage und Lemgo ihren Studienbetrieb zum Wintersemester 1918/19 wieder auf. Unter den Studenten schlossen sich Freundeskreise aus dem Ruhrgebiet und Niedersachsen zunächst zum "Recklinghauser Kreis" zusammen. Aus diesem ging am 18. Januar 1921 die "Freie Burschenschaft Cimbria" mit den Farben schwarzgold-hellblau und dem Wahlspruch "Dem Freund das Herz, dem Feind das Angesicht!" hervor. Nach Auflösung und Verbot durch die Nationalsozialisten entwickelte sich ab 1950 wieder das burschenschaftliche Studentenleben Cimbrias in der Musenstadt Lemgo. Heute, über achtzig Jahre nach ihrer Gründung, ist die Cimbria zu Lemgo die einzige aktive Burschenschaft an ihrem Studienort. Ihre Fachhochschule Lippe-Höxter an den Standorten Lemgo, Detmold und Höxter, eine regional geprägte Hochschule mit internationaler Ausrichtung, vereinigt in neun Fachbereichen die klassichen Ingenieurdisziplinen, ergänzt durch neue Fachbereiche wie Medienproduktion, Lebensmitteltechnologie und Technischen Umweltschutz.


Burschenschaft Elektra-Teplitz zu München
Peter H. Blecher (Burschenschaft Elektra-Teplitz zu München 1964, Hamburger Burschenschaft Germania 1995)
Der ursprüngliche Name des 1896 gegründeten Bundes lautete "Technische Verbindung Elektra zu Töplitz". Seine Farben sind gold-weiß-blau auf blauem Grund, sein Wahlspruch "Ehre-Freiheit-Vaterland!" und als Leitspruch wurde "Einer für Alle - Alle für Einen!" gewählt. Die Geschichte des Bundes geht auf die Gründung einer anfangs privaten, später staatlichen Lehranstalt für Elektrotechnik im Sudetenland zurück. 1934 mußte diese aus finanziellen Gründen schließen. Erst 1959 konnten sich vertriebene Elektraner unter dem Namen "Burschenschaft Elektra-Teplitz zu München" wieder organisieren. Ihre Studienstätte war das Oscar-von-Miller-Polytechnikum, die heutige FH München. 2002 mußte die Aktivitas vertagt werden, und alle Anstrengungen richten sich jetzt auf eine Reaktivierung, sei es in München oder an einem anderen Studienort.


Burschenschaft Thuringia Bad Frankenhausen zu Siegen
Dirk Nelles (Burschenschaft Thuringia Bad Frankenhausen zu Siegen)
Im Januar 2003 feierte die Burschenschaft Thuringia Bad Frankenhausen zu Siegen ihr 100. Stiftungsfest. Ihr Ursprung liegt im thüringischen Bad Frankenhausen, wo sie als "Technisch-Wissenschaftlicher Verein Thuringia" gegründet wurde. Die Farben des Bundes sind grün-gold-rot, die Tellermützen rot. Seit die "Freie Verbindung Teutonia" 1919 zur Thuringia übertrat, wird neben dem Thuringenband auch das Teutonenband in rot-weiß-blau getragen. Im Wappen der Thuringia steht ihr Wahlspruch "Freiheit-Vaterland-Recht!". An der Ingenieurschule für Maschinenbau in Siegen kam es - nach einer Unterbrechung von 1936 bis 1960 - zur Wiedergründung Thuringias. Das Verbindungshaus, aufgeteilt in fünf Wohngemeinschaften für 14 Studenten, befindet sich in zentraler Lage der Stadt Siegen.


Friedberger Burschenschaft Alemannia
Thomas Grünsfelder (Friedberger Burschenschaft Alemannia 1999)
Fast ausschließlich ehemalige Kriegsteilnehmer des Ersten Weltkrieges gründeten 1919 die "Akademisch-Technische Reformverbindung Alemannia", in der der burschenschaftliche Gedanke bereits ein Jahr später zur Gründung der Friedberger Burschenschaft Alemannia führte. Sie wählte die Farben grün-weißviolett. Ihr ursprünglicher Wahlspruch setzte sich aus "Suum cuique!" und "Unwiederbringlich fliehet die kostbare Zeit!" zusammen. Nachdem während des NS-Regimes zwischen 1935 und 1940 Treffen im Rahmen eines monatlichen Stammtisches stattgefunden hatten, nahm die Friedberger Burschenschaft Alemannia 1949 wieder das burschenschaftliche Leben auf und war tatkräftig an der Reaktivierung weiterer Friedberger Burschenschaften beteiligt. Mit einem Anwesen aus zwei Gebäuden erwarb sie 1986 ein inzwischen saniertes Verbindungshaus, das seinen Platz unter den Kulturdenkmälern in Hessen hat.