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Heftarchiv der Burschenschaftlichen Blätter

BBL 3/2002

 

Burschenschaftliche Blätter, Ausgabe 3/2002
Schwerpunktthema: Turnen und Burschenschaft

• Jahnsches Turnen und deutsche Burschenschaft
• Friedrich Ludwig Jahn, als Demagoge verfolgt
• Turnvater Jahn und das Burschenturnen
• Friedrich Ludwig Jahn Förderverein in Freyburg
• und weitere Aufsätze

Zehn Jahre für die Burschenschaftlichen Blätter
von Marc Natusch (Aachen-Dresdener Burschenschaft Cheruscia, Marburger Burschenschaft Rheinfranken)
Per 30. Juni 2002 sind es genau zehn Jahre, die Herr Verbandsbruder Dr. Walter Egeler (Hohenheimia Stuttgart 1968, EM Arminia zu Leipzig 2000) die Schriftleitung der Burschenschaftlichen Blätter bekleidet. Zehn Jahre, in denen er die Burschenschaftlichen Blätter entscheidend prägte, ihnen sowohl in ihrer Gestaltung als auch inhaltlich ein neues Gesicht gab. Zehn Jahre, in denen er die Burschenschaftlichen Blätter vom Mitteilungsorgan eines Korporationsverbandes zum weithin beachteten burschenschaftlichen Periodikum machte. Zehn Jahre, in denen er über die Burschenschaftlichen Blätter der Deutschen Burschenschaft politische Denkanstöße und Handlungsanleitungen für politische Initiativen gab - Das Wort von Herrn Dr. Egeler wird in Kenntnis seiner allseits anerkannten, hervorragenden Leistungen und Verdienste um unseren Verband auch weiterhin großes Gewicht in der Deutschen Burschenschaft haben. Wir sind alle gut beraten, auf seine Hinweise zu hören und zu vertrauen.


"In den Burschenschaften wie bei dem Turnen regt sich derselbe Geist"
Jahnsches Turnen und deutsche Burschenschaft
von Hans-Ulrich Kopp (Danubia München 1985)
Friedrich Ludwig Jahn wurde am 11. August 1778 in Lanz (bei Wittenberge) geboren und ist in Freyburg/Unstrut am 15. Oktober 1852 verstorben. Wenn wir von "Turnvater Jahn" sprechen, so verbinden wir mit dieser Ehrenbezeugung nicht nur die Erinnerung an den Mann, der die Leibesübungen in Deutschland populär machte, sondern ebenso den Respekt vor seiner politischen Lebensleistung. In der Verbindung von körperlicher und weltanschaulicher "Ertüchtigung" liegt das Spezifikum des Jahnschen Turnens, und so verwundert es nicht, daß sich die burschenschaftliche Bewegung seinen Gedanken verschrieb.


Friedrich Ludwig Jahn, als Demagoge verfolgt
von Dieter Busch (Frankfurt-Leipziger Burschenschaft Arminia 1957)
Nach der Verhaftung Jahns 1819 waren vor allem seine Mitgliedschaft im "Teutschen Bund", seine Vorlesungen und die Verbreitung seiner Schrift "Verhandlung über die Burschenschaft" Gegenstand richterlicher Untersuchungen. Die zwei dazu eingesetzten Untersuchungskommissionen gerieten insbesondere in der Beurteilung des Falles Jahn miteinander in Konflikt. Aus dem Umfeld werden weitere Beispiele erläutert, welche die staatliche Auseinandersetzung mit möglichen Gefahren durch hochverräterische Handlungen und staatsgefährdendes Gedankengut um 1820 verdeutlichen.


"Turnvater Jahn" und das Burschenturnen:
Die Jahnsche Turnbewegung und die deutsche Kulturnation
von Bruno Burchhart (Olympia Wien 1961)
Friedrich Ludwig Jahn ist in bezug auf Schöpfung und zukunftsweisendes Wirken von Ideen sicher einer der bedeutendsten Geister der gesamtdeutschen Geschichte, auch wenn sein Auftreten und seine Äußerungen manch Diskussionswürdiges erkennen lassen.


Der Friedrich Ludwig Jahn Förderverein in Freyburg an der Unstrut
von Hans-Joachim Bartmuß
Die Gründung des Jahn Fördervereins 1992 in Freyburg hatte zum Ziel, die Jahn-Gedenkstätten zu erhalten und die auf Jahns Ideen aufbauenden Traditionen zu pflegen. Inzwischen sind große Erfolge zu verzeichnen, insbesondere mit der Neu-Eröffnung einer ständigen Jahn-Ausstellung 1999 im Jahnhaus in Freyburg. Die Auseinandersetzung mit Jahn-Gegnern gehört zur Arbeit des Fördervereins. Für Oktober 2003 ist ein Symposium zum Thema "F. L. Jahn und die Gesellschaften der Turner. Netzwerke, Gruppenbindungen und Gruppenpolitik" geplant.


Der Deutsche Turner-Bund: gestern - heute - morgen
"Der DTB und seine Landesturnverbände arbeiten sehr erfolgreich", Interview von Wolfgang Gäbler (Aachen-Dresdner Burschenschaft Cheruscia 1992) und Heinz Walter Wild (Aachen-Dresdner Burschenschaft Cheruscia 1950) mit Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turner-Bundes
Das "Turnen für alle" hat Jahn viel zu verdanken und der DTB verleiht die Jahn-Plakette den Vereinen, die seit 150 Jahren bestehen. Die Auseinandersetzung mit "Turnvater Jahn" erfolgt jedoch kritisch, da der DTB heute vor anderen Fragestellungen steht. Zu seinen heutigen Aufgaben gehören die Mitgestaltung der Einheit innerhalb Deutschlands, das angemessene Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene sowie gesundheitsorientierter Breitensport für unsere zunehmend älter werdende Gesellschaft. Als ein wichtiges Ziel der Zukunft sieht er sein Mitwirken beim Zusammenwachsen Europas.