Heftarchiv der Burschenschaftlichen Blätter
100 Jahre Burschenschaftsdenkmal - Bau und Denkmalsweihe 1902
von Annemarie Lindig
Bereits im Herbst 1889 wurde in der Burschenschaft die Idee diskutiert, den gefallenen Burschenschaftern des Krieges 1870/71 ein Denkmal zu errichten. Nach mehreren Entwürfen und manchen Diskussionen wurde der Plan des Architekten Wilhelm Heinrich Kreis umgesetzt, und am 22. Mai 1902 konnte das Burschenschaftsdenkmal auf der Göpelskuppe in Eisenach feierlich eingeweiht werden. Seither ist es ein Wahrzeichen der Wartburgstadt und ein - wie es der Chronist vermerkt - "stolzes Denkmal burschenschaftlicher Treue und Vaterlandsliebe."
Die "gesammelten und zu sammelnden Gelder und sonstigen Vermögenswerte"
Das Eisenacher Burschenschaftsdenkmal als Kostenfaktor 1887 - 1933
von Harald Lönnecker
Die Geschichte des Baus des Burschenschaftsdenkmals ist auch eine Geschichte des Geldsammelns in der Burschenschaft. Als man im August 1900 mit der Errichtung des Denkmals begann, war die Unterdeckung beträchtlich und damit die Gefahr einer öffentlichen Blamage gegeben, falls die noch erforderlichen Gelder nicht zu beschaffen gewesen wären. Es bedurfte einer ganzen Reihe von Spendenaufrufen und verschiedener Maßnahmen, um die noch benötigten Geldmittel aufzutreiben. Erst 1911/12 war das Denkmal bezahlt.
Das Burschenschaftsdenkmal
Wahrzeichen, Spielplatz, Ort des ersten Kusses, ein Stück Heimat
von Werner und Jürgen Glänzer
Von der Autobahn aus sieht man das Burschenschaftsdenkmal als ein weithin sichtbares Wahrzeichen Eisenachs. Für die Kinder von Eisenach war es aber zu DDR-Zeiten darüber hinaus ein Abenteuerspielplatz. Die Hänge rings um das Denkmal waren im Winter für Schlittenabfahrten und im Sommer für Seifenkistenrennen geeignet, das Innere des Denkmals war voller Geheimnisse. Später gab es dann hier die ersten Umarmungen, und in den dunklen kleinen Nischen tauschte man die ersten zärtlichen Küsse. So wurde für viele Eisenacher das Burschenschaftsdenkmal ein Stück Heimat.
Rückübertragung und Restaurierung
von Burschenschaftsdenkmal und Burschenhaus nach der Wende
von Nicolaus Rubeck
Nach monatelangen Recherchen in Eisenach, Weimar und Potsdam fanden vom Hauptausschuß, der Deutschen Burschenschaft beauftragte Verbandsbrüder sowohl den die burschenschaftlichen Liegenschaften in Eisenach betreffenden Befehl 124/126 der sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) als auch einen aus dem Jahr 1951 stammenden Antrag auf Stundung der Vermögenssteuer des Burschenschaftsdenkmal-Vereins Eisenach, den dessen letzter Vorsitzender gestellt hatte. Damit war der Weg zur Rückübertragung des Vermögens frei. Nach jahrelangem engagierten Ringen vieler Burschenschafter und großer Opferbereitschaft präsentiert sich die burschenschaftliche Heimat in Eisenach heute wieder in altem Glanz und stellt einen repräsentativen Mittelpunkt burschenschaftlichen Lebens dar.
Fürst Bismarck und Graf Roon sind wieder bei der Burschenschaft
von Arnd Kniese
Im Innern des Burschenschaftsdenkmals standen auf Postamenten fünf große Statuen von Kaiser Wilhelm I., Kriegsminister Graf Roon, Reichskanzler Fürst Bismarck, Generalfeldmarschall Graf Moltke und Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach. Im Februar 1963 wurden die Statuen auf Anordnung "von höherer Stelle" zerstört. Aber da gab es einige merkwürdige Zufälle. Und so kam es, daß die Büsten von Fürst Bismarck und Graf Roon ihrer totalen Zerstörung entronnen und am 6. Juni 2001 in einem feierlichen Akt wieder ins Burschenschaftsdenkmal zurückkehrten, "an den Ort, wo sie hingehören".
Sanierung der Liegenschaften auf der Göpelskuppe erfolgreich beendet
von Dietrich Bellersen
Auf der Basis der hervorragenden Arbeit der Sanierungskommission unter Leitung der damaligen VorsDB, der Marburger Burschenschaft Rheinfranken, hat der außerordentliche Burschentag vom 7. April 2001 in Marburg in Form der Marburger Erklärung und der dazu ergangenen Burschentagsbeschlüsse ein Sanierungskonzept für die Liegenschaften auf der Göpelskuppe in Eisenach verabschiedet. Dieses Konzept wurde inzwischen erfolgreich umgesetzt.
Für Einigkeit und Recht und Fredheit im "roten" Holocaust
von Rainer Dietz
Die Hunderttausende von Menschen, die in der DDR im Herbst 1989 auf die Straße gingen und die Freude über die dadurch erzwungene Wiedervereinigung Deutschlands lassen bei vielen vergessen, daß es schon vorher Menschen gab, die gegen die kommunistische Diktatur aufbegehrten und dafür oft teuer bezahlen mußten. In den Zuchthäusern von Bautzen, Waldheim, Cottbus und anderen Städten erlebten sie den "roten" Holocaust und leiden darunter vielfach bis heute.
Das Bürgerliche Lager, Günther Beckstein und die "Faschismuskeule"
"Auch in Korporationen gibt es viel Bequemlichkeit und anpasserische Feigheit"
Interview von Bernd Kallina (Danubia München) mit Hans-Helmuth Knütter
Konrad Adenauer, Franz-Josef Strauß und zum Teil auch Helmut Kohl haben sich nicht um die linken Meinungsbildner gekümmert, und sie haben sich gegen sie durchgesetzt. Heute hat die CDU/CSU eine gewaltige Furcht, dem sogenannten Main-Stream nicht zu entsprechen, abgehängt zu werden und in eine Rechtfertigungsposition zu geraten. Hier gegenzusteuern und die geistigen Grundlagen einer freiheitlichen Demokratie bewahren zu helfen, war und bleibt ein Auftrag der deutschen Burschenschaften. Ihr Wahlspruch "Ehre, Freiheit, Vaterland" ist eine gute Richtschnur, aber nur, wenn sie nicht zur Phrase wird.

