Heftarchiv der Burschenschaftlichen Blätter
Eisenach ist auf einem guten wirtschaftlichen Weg
von Gerhard Schneider im Gespräch mit Arnd Kniese (Arminia Hannover), Gisela Kniese, Christian Balzer und Marc Natusch (beide Marburger Burschenschaft Rheinfranken)
Eisenach ist eine wachsende Stadt. Sie ist eine der wenigen Gemeinden, die in Thüringen einen leichten Bevölkerungszuwachs haben. Die wirtschaftliche Zukunft der Stadt ist als gut bis sehr gut zu beurteilen. Kommen in Thüringen 39 Industriearbeitsplätze auf 1000 Einwohner, so sind es in Eisenach 133. Aber Eisenach hat, neben der Wartburg, auch Kulturgüter, die inmitten einer wunderschönen, erlebenswerten Landschaft anschauenswert sind und ein reichhaltiges kulturelles Angebot. Untrennbar verbunden ist die Geschichte der Stadt auch mit dem Burschentag der Burschenschaft.
Nicht zu Unrecht sehen wir im Orte des Burschentages auch immer ein Symbol"
Die Tagungsorte des Burschentages von den Anfängen 1818
bis zur Auflösung der Deutschen Burschenschaft 1935
von Harald Lönnecker (Normannia zu Leipzig, Normannia-Leipzig zu Marburg, Germania Kassel)
Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts wechselten die Tagungsorte der Burschentage. Obwohl es keinerlei verbindliche Regelung gab, begann dann mit dem Burschentag von 1850 die Reihe der Eisenacher Burschentage, die sich durch die Tradition von 1817 rechtfertigte. Auch wenn nach 1945 die Burschentage nicht mehr in Eisenach stattfinden konnten, so bleiben die Stadt und die Wartburg doch nationale Sinnzeichen. Und seit 1990/91 sind die Burschenschaften wieder dahin zurückgekehrt, wohin sie gehören: nach Eisenach.
Kulturprogramm des Burschentages 2001
von Bernhard Schroeter (Germania Jena 1966)
Eine ganze Reihe von Burschenschaftern und deren Damen nahm auch in diesem Jahr am wieder angebotenen Kulturprogramm teil. Im Mittelpunkt standen Leben und Wirken von Philipp Melanchthon, Fritz Reuter, das einzigartige Eisenacher Villenviertel und Rudolf Baumbach, der Schöpfer des Burschenschafterliedes.
Die Einweihung des Gefallenenehrenmales der Deutschen Burschenschaft
auf der Göpelskuppe in Eisenach am 3./4. Juni 1933
von Alfred Thullen (Arminia a. d. B. Jena 1932)
Im Ersten Weltkrieg fielen 3400 Burschenschafter. Bereits auf den ersten Burschentagen nach dem Ende des Krieges wurde über die Errichtung eines Ehrenmales für die Gefallenen diskutiert. Die materielle Not verhinderte jedoch zunächst seine Errichtung. Erst Ende der zwanziger Jahre wurde dann der Beschluß über den Bau des Ehrenmales gefaßt. Am 3. Juni 1933 erfolgte die Schlußsteinlegung, am 4. Juni 1933 die feierliche Einweihung.
Der Kampf um unser burschenschaftliches Haus 1934/35
von Engelhard Heins (Germania Marburg 1933, Germania Kassel 1985)
Immer wieder erheben linke Möchtegern-Historiker gegen das Korporationsstudententum und insbesondere gegen die Deutsche Burschenschaft den Vorwurf, sie seien geistige Wegbereiter des Machtwechsels des Jahres 1933 gewesen. Dies trifft nicht zu. Vielfach unbekannt ist auch das wechselvolle Ringen der Deutschen Burschenschaft in den Jahren 1934/35 um ihr "burschenschaftliches Haus" im doppelten Sinn. Einmal um den Besitz der Verbindungshäuser ausschließlich für Bundesbrüder und zum anderen um die geistige Freiheit, Eigenständigkeit und Unabhängigkeit. Denn die Parteiführer waren sich einig in der Auffassung, wie sie der "Reichsschaftführer" der Deutschen Studentenschaft laut "Völkischer Beobachter" vom 23. Mai 1934 auf einer Tagung erklärte: "Ich bin mir bewußt, daß heute nicht viele Korporationen nationalsozialistisch sind. Ich bin mir bewußt, daß viele Korporationen ausgemerzt werden müssen." Auf Befehl von Partei und Studentenbund setzte Dr. Hans Glauning auf dem Burschentag 1935 in Eisenach die Auflösung der Deutschen Burschenschaft durch.
Dichter, Demokrat und Demagoge
Zeugnisse aus Fritz Reuters Thüringer und Eisenacher Zeit
von Gudrun Osmann
Als Fritz Reuter sich im Jahre 1863 für Eisenach als Wahlheimat entschied, nannte er als seine Beweggründe das deutsche Kapitol, die Wartburg, die sie umgebende Natur, ein ländlich-kleinbürgerliches Städtchen in der Mitte Deutschlands, in dem sich die Regierungszeit des liberal-demokratischen und kunstsinnigen Großherzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach, Carl-Alexander, als dessen zweite Residenz widerspiegelte und Freunde, die er in seiner Jugend kennengelernt hatte. Und natürlich war dem alten Burschenschafter Reuter Eisenach als Stadt der Pflege burschenschaftlicher Traditionen bekannt.
Straßen tragen ihre Namen
Zur Geschichte der "burschenschaftlichen Straßenbenennung" in Eisenach
von Reinhold Brunner
Die Burschenschaften haben in Eisenach seit dem Wartburgfest von 1817 Tradition. Sie gehören zur Geschichte dieser Stadt. Das war bereits 1894 so, als die erste Straße in Eisenach den Namen eines Burschenschafters erhielt. Es war Fritz Reuter. In den 1920er Jahren wurden dann die Straßennamen eines ganzen Viertels der Stadt nach Aktivisten der frühen Burschenschaftsbewegung benannt. Aber auch in der Zeit des Dritten Reiches und selbst noch während der Zeit des Sozialismus wurden Straßennamen Burschenschaftern gewidmet. So finden sich heute an vielen Stellen in Eisenachs Mauern die Spuren burschenschaftlicher Geschichte. Neben dem Burschenschaftsdenkmal und der Wartburg stehen dafür auch die Namen einiger Eisenacher Straßen.
Die Burschentage von 1991 bis 2000
von Wolf Otto Schmidt (B. d. Krusenrotter Kiel 1949, Arminia Würzburg 1986)
Burschentage sind im Leben einer Burschenschaft wichtige Ereignisse. Der Burschentag ist das höchste demokratisch legitimierte Gremium, das die Deutsche Burschenschaft kennt. Er ist damit der Souverän des Verbandes. Erstmals seit der Auflösung der Deutschen Burschenschaft im Jahr 1935 tagte der Burschentag 1991 wieder in der angestammten Heimat Eisenach. Mancher für die Zukunft der Deutschen Burschenschaft wichtige Beschluß ist seither dort gefaßt worden. Daneben aber tauschen sich alt und jung in den Tagen des Burschentages intensiver aus als sonst. Nirgends lernt der Alte Herr die jungen Aktiven besser kennen als auf den Burschentagen. Da lebt er fast eine Woche lang mit ihnen zusammen, hört, was sie während der Debatten zu sagen haben, erfährt ihre Argumente, ihre Einwände, ihre Ablehnung und ihre Zustimmung.
Der Wingolf auf der Wartburg
von Eckart Busch (Clausthaler Wingolf zu Marburg 1953)
Neben der Deutschen Burschenschaft ist der Wingolf der zweite Korporationsverband, der seit seiner Gründung in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts in Eisenach seine örtliche und auf der Wartburg seine programmatische Heimat gefunden hat. Burschenschafter und Wingolfiten sind die einzigen Korporationsstudenten, für die die Wartburg Bekenntnis zum christlichen Glauben sowie zu Deutschland und seiner Geschichte mit verpflichtender Wirkung für die Gegenwart bedeutet. Die Denkmäler der Deutschen Burschenschaft und des Wingolfs in Eisenach sind Ausdruck der Bindung beider Korporationsverbände mit der Stadt von Luther und Bach und dem Land Goethes.

