Heftarchiv der Burschenschaftlichen Blätter
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| Burschenschaftliche Blätter, Ausgabe 4/1999 |
Europa und die Zukunft der Nationalstaaten
von Günter Rohrmoser
Das Thema legt die Unterstellung nahe, daß man sich sicher zu sein scheint, daß Europa eine Zukunft haben wird, und daß nur die Frage nach der Zukunft des Nationalstaates problematisch ist. Diese unterstellte Alternative zwischen Europa und Nationalstaat ist jedoch falsch. Die Frage kann nur lauten, wie Europa und Nationalstaat miteinander verknüpft und gestaltet werden, damit beide eine Zukunft haben.
Gedanken über den Nationalstaat am Ende des 20. Jahrhunderts
von Karlheinz Weißmann
In allen modernen Nationen ist eine gewisse Tendenz zu "nationalflüchtigem" Verhalten zu beobachten. Dieses Aufweichen des Nationalen hängt vor allem mit einer dramatischen Veränderung der lebensweltlichen Bedingungen zusammen, unter denen der heutige Mensch existiert. Alle Fragen politischer Organisation werden dabei unter den Gesichtspunkten von Funktionstüchtigkeit und Effizienz betrachtet. Die ersten Konturen der Zukunft, die sich im Nebel zeigen, der über der politischen Landschaft des 21. Jahrhunderts liegt, sprechen dafür, daß wir wahrscheinlich einem neuen imperialen Zeitalter entgegengehen. Nur ausnahmsweise wird es sich dabei um Imperien klassischer Prägung handeln, in den meisten Fällen dürfte Hegemonie nach dem Vorbild der indirect rule ausgeübt werden, und die entwickelten Staaten, wie die europäischen, werden sicherlich pro forma ihre demokratische Struktur behalten, aber faktisch in einen milden, aufgeklärten Absolutismus hinübergleiten.
Kunst und Wissenschaft des Möglichen
von Klaus Knizia (Germania Saarbrücken 1954)
Um die Lebensfähigkeit auf der Erde langfristig zu erhalten, mangelt es nicht an Erkenntnissen, Werkzeugen und Hilfsmitteln. Der Erste und der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik als objektive und die Gossenschen Gesetze als subjektive Wertsetzungen stellen den Unterbau der Wirtschaft dar. Politik hat die Aufgabe, darauf aufbauend in dazu geeigneten Ordnungen das Zusammenleben der Menschen zu ermöglichen.
Das christliche Abendland am Ende des Millenniums
Versuch einer allseitigen Bestandsaufnahme
von Carsten Kießwetter (K. St. V. Walhalla im KV zu Würzburg)
Europa ist mehr als eine "Halbinsel Asiens", mehr auch als ein Kontinent und mehr als eine Wirtschaftsgemeinschaft. Europa ist eine Idee, eine "Gesinnung". Europa ist eine bestimmte Sehweise von Mensch, Gesellschaft und Welt, eine Wertegemeinschaft - trotz der Katastrophen in seiner Geschichte und Gegenwart. Die tragenden Werte, die sich mit der europäischen Kultur untrennbar verbinden, sind die Würde der Person, die Herrschaft des Rechts und die Unterscheidung zwischen Geistlichem und Weltlichem. Sie machen die europäische Identität aus. Sie sind untrennbar mit dem christlichen Glauben und den christlichen Traditionen verbunden.
50 Jahre Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA)
von Walther Benno Kießel (Corps Franconia München i. KSCV)
Am 5./6. August 1950 wurde in Frankfurt am Main der Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA) gegründet. Er vertritt die Interessen der meisten Altherrenschaften mit rund 70000 Mitgliedern, die in den 18 Altherrenverbänden der aktiven Korporationsverbände zusammengeschlossen sind. Im Herbst des Jahres 2000 wird das 50jährige Bestehen des CDA in München begangen werden..

