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Heftarchiv der Burschenschaftlichen Blätter

BBL 3/1999

 

Burschenschaftliche Blätter, Ausgabe 3/1999
Schwerpunktthema: Die Stadt Halle an der Saale


• Geschichte der Stadt Halle an der Saale
• Franco-Germania - die Burschenschaft in Halle
• Besuch am ehemaligen Grab von Walter Flex in Estland
• und weitere Aufsätze

Zur Geschichte der Stadt Halle an der Saale
von Frank Görlich (Franco-Germania Halle)
Halle an der Saale wird erstmals 806 urkundlich erwähnt. Seine Gründung verdankt es dem Salz, das über Jahrhunderte zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor der Stadt werden sollte. Die 1694 eröffnete Universität wurde schon bald eine der meistbesuchten in Deutschland und strahlte über ganz Europa aus, die Stiftungen des Pietisten August Hermann Francke entwickelten sich zu einem zweiten Zentrum des Halleschen Geisteslebens. Zehn Jahre nach der Wiedervereinigung sind auch in Halle die Veränderungen auf allen Gebieten unübersehbar.


Die studentischen Verbindungen seit der Gründung der Universität Halle
und die Geschichte der Hallischen Burschenschaft von 1814 - 1860

von Karl-Hans Bräutigam (Arminia Würzburg, Arminia zu Leipzig)
Als die Studenten 1814 nach den Freiheitskriegen wieder an die Universitäten zurückkehrten, waren sie von anderem Geist erfüllt als zuvor. An die Stelle des Partikularismus war der Gedanke an ein gemeinsames Vaterland getreten. Aus diesem Geist heraus wurde am 01.11.1814 in Halle die "Teutonia" gegründet. Durch die Aufnahme des vaterländischen Gedankens in ihre Satzung kann man sie als die erste burschenschaftliche Verbindung in Halle bezeichnen. Der Weg von den Anfängen bis hin zu den Burschenschaften, wie sie sich dann um 1860 endgültig bildeten, war in Halle von vielen Höhen und Tiefen geprägt.


Die Universität Halle, der Pietismus und die Räuberfahrten
der Halleschen Studenten nach Bad Lauchstädt

von Alfred Thullen (Arminia a. d. B. Jena 1932)
Am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts leuchtete im Halle benachbarten Bad Lauchstädt der Glanz deutscher Theaterwelt. Die Theaterfeindlichkeit im vom Pietismus geprägten Halle, die Suche der Weimarer Theaterstrategen um Goethe nach regelmäßigen Einnahmen und die Theaterbesessenheit der Halleschen Studenten führten zur Gründung des Theaters in Bad Lauchstädt. Aus Weimar-Jena übernahmen die Halleschen Studenten das "Räuberzeremoniell".


Franco-Germania - die Burschenschaft in Halle
von Thomas Ressel (Germania Hamburg 1984, Franco-Germania Halle 1993)
Am 11. September 1993 wurde die Burschenschaft Franco-Germania Halle gegründet. Sie ist bis heute die einzige Burschenschaft in Halle. Positiv verlaufene Gespräche haben dazu geführt, daß am 16. Oktober diesen Jahres auf einem Kommers in Halle feierlich die Vereinigung der Burschenschaft Franco-Germania Halle mit der bisher in Clausthal-Zellerfeld beheimateten Alten Leobener Burschenschaft Germania zur Halle-Leobener Burschenschaft Germania begangen wird.


"Halle kann sich sehen lassen!"
Gespräch zwischen Oberbürgermeister Klaus Rauen
und Mitgliedern der Burschenschaft Franco-Germania Halle

Die Innenstadt von Halle wird in den nächsten fünf Jahren vollständig saniert sein. Nach dem großen Verlust an Arbeitsplätzen ist inzwischen sowohl im gewerblichen als auch im Dienstleistungsbereich eine positive Entwicklung festzustellen. Die voll ausgebaute Universität hat eine Reihe neuer Gebäude bezogen.


Vor zehn Jahren ereignete sich Weltgeschichte - die dramatischen Monate
Juni bis Dezember 1989 in Leipzig und an anderen Orten

von Karl-Dieter Völger (Frankfurt-Leipziger Burschenschaft Arminia 1958, Arminia zu Leipzig 1993)
Innerhalb weniger Monate stürzte 1989 in der DDR eine Ordnung zusammen, die unumstößlich schien. Im Juni 1989 bildeten sich in Leipzig die ersten Basisgruppen und bereits am 9. November 1989 mußte die DDR-Führung die Mauer öffnen. Die gewaltsame Teilung Deutschlands war gebrochen.


Ein Besuch am ehemaligen Grab von Walter Flex in Estland
von Wolfgang Gäbler (Cheruscia Dresden 1992)
Am 15. Oktober 1917 wurde der Schriftsteller und Burschenschafter Walter Flex auf der Ostseeinsel Ösel so schwer verwundet, daß er am nächsten Tag verstarb. Nach dem Hitler-Stalin-Pakt wurden seine sterblichen Überreste 1940 nach Königsberg umgebettet. Dort ist das Grab seit 1945 verschollen. Auf der Ostseeinsel Ösel wurde die Grabstätte von Walter Flex im Jahr 1997 wieder hergerichtet und am 6. Juli 1997 feierlich eingeweiht.


Bericht vom Burschen- und Altherrentag in Eisenach vom 27. bis 30. Mai 1999
von Walter Egeler (Hohenheimia Stuttgart 1968)
Auf dem Burschen- und Altherrentag 1999 hat sich die Deutsche Burschenschaft gegen die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft ausgesprochen. Von Außenminister Fischer fordert sie, sich für die Außerkraftsetzung der Benes-Dekrete und des sog. "Amnestiegesetzes" einzusetzen. In einem offenen Brief an Verteidigungsminister Scharping lehnt sie strikt alle Üerlegungen ab, Bundeswehrkasernen nach ausländischen Militärs und Politikern zu benennen. Auf dem Burschentag wurden sieben Burschenschaften in die Deutsche Burschenschaft aufgenommen. Die Rede auf dem Festakt hielt Altbundeskanzler Helmut Kohl.