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Heftarchiv der Burschenschaftlichen Blätter

BBL 1/1999

 

Burschenschaftliche Blätter, Ausgabe 1/1999
Schwerpunktthema: Deutsche Revolution 1848/49


• Verfassungspolitik 1848/49 � Impulse und Lehren
• Von der Wartburgfeier über die Paulskirche zum Grundgesetz
• Heinrich von Gagern
• und weitere Aufsätze

Verfassungspolitik 1848/49 � Impulse und Lehren
von Jörg-Detlef Kühn
Die Verfasssung der Paulskirche geht in vielen ihrer Aussagen auf die studentischen Forderungen von 1817 zurück. Dies gilt nicht nur für die Freiheits- und Einheitsbestrebungen, sondern auch hinsichtlich der sozialstaatlichen Komponente der modernen Verfassungsentwicklung in Deutschland. Als Lehre von 1848/49 für heute wäre in einer Zeit wachsender Europäisierung zu empfehlen, neben der Bewahrung vorhandener Staatsverbandlichkeiten wieder stärker das Sprachgruppen- und Kulturraumbewußtsein im Herderschen Sinne zu entfalten.


Von der Wartburgfeier über die Paulskirche zum Grundgesetz
Ein Rechtsvergleich mit Beispielen

von Helma Brunck
Am 28. März 1849, vor 150 Jahren, wurde von der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche die �Verfassung des Deutschen Reiches� verabschiedet. Ein Vergleich macht deutlich, daß wesentliche Bestandteile dieser Verfassung, vor allem in den Grundrechten, fast wortgetreu Eingang sowohl in die Weimarer Reichsverfassung als auch ins Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland gefunden haben. Eine Reihe von Ansätzen der Frankfurter Reichsverfassung kann auf die �Grundsätze und Beschlüsse� des Wartburgfestes der Burschenschaft im Jahr 1817 zurückgeführt werden.


Das Wirken von Burschenschaftern in der Deutschen Nationalversammlung 1848/49
von Peter Kaupp (Arminia a. d. B. Jena 1958)
Von den rund 800 Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung waren über 160 Burschenschafter. In kaum einer der vielen Veröffentlichungen anläßlich des Paulskirchenjubiläums wird darauf hingewiesen. Gewirkt haben die Burschenschafter dabei in allen Fraktionen des Frankfurter Parlaments.


Heinrich von Gagern
Burschenschafter und erster Präsident der Frankfurter Nationalversammlung

von Peter Kaupp (Arminia a. d. B. Jena 1958)
Am 19. Mai 1848 trat Heinrich von Gagern sein Amt als erster gewählter Präsident eines gesamtdeutschen Parlamentes an. Als Student in Heidelberg und Jena Mitglied der Burschenschaft, hat er sich auch später immer zur Burschenschaft bekannt.


Über Musik und Musiker in der Revolution
von Karl-Dieter Völger (Frankfurt-Leipziger Burschenschaft Arminia 1958, Arminia zu Leipzig 1993)
Eine erstaunliche Fülle von Musikstücken, zahlreiche Komponisten und viele Verleger belegen die breite Basis der Revolution im Bürgertum des 19. Jahrhunderts. Neben den Großen der Musik wie Albert Lortzing, Richard Wagner, Robert Schumann oder Friedrich Smetana, die die revolutionäre Bewegung mit ihren Werken begleiteten, pflegte das Volk das demokratische Liedgut in Musik- und Gesangvereinen sowie auf Musikfesten.


"Das Band am Hut, der Sinn im Kopf sind beide schwarz-roth-golden!"
Wurzeln der politischen Revolutionssymbolik der Wiener akademischen Legion 1848

von Bernhard Reinhold Pilz (Olympia Wien 1970)
Nirgends in Deutschland war der Einfluß von Studenten auf die Ereignisse des Jahres 1848 so groß wie in Wien. Die akademische Legion, getragen von burschenschaftlichem Gedankengut, verstand sich als Vorkämpfer der deutschen Sache.


"Der Herbst ist angebrochen, der kalte Winter naht"
Der Traum von der großen deutschen Republik und ihr Scheitern

von Roland Girtler (Corps Symposion im KSCV zu Wien)
Die politische Linke der Frankfurter Nationalversammlung wollte, unter Einschluß Österreichs, eine große deutsche Republik. Die Mehrheit der Abgeordneten votierte jedoch für die Monarchie. Als es in Wien und in Baden zur offenen Revolution kommt, bleiben die Rebellen allein auf sich gestellt. Sie werden besiegt, die Rache der Sieger ist hart, der Traum von der großen deutschen Republik ist ausgeträumt.


"Werdet eins, dann sind wir stark!"
Robert Blum als Leipziger Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung

von Karl-Dieter Völger (Frankfurt-Leipziger Burschenschaft Arminia 1958, Arminia zu Leipzig 1993)
Robert Blum stammte aus ärmlichen Verhältnissen. Ohne Gymnasialausbildung und ohne Studium wurde er trotzdem dank seiner Begabung und seines rhetorischen Geschickes, gepaart mit politischem Willen, in Leipzig zu einer prägenden politischen Persönlichkeit. Als Abgeordneter Leipzigs in der Deutschen Nationalversammlung 1848 überbrachte er namens der linken Fraktion den Wiener Revolutionären eine Sympathieadresse und beteiligte sich aktiv an den Kämpfen. Er wurde verhaftet und am 9. November 1848 in der Brigittenau bei Wien erschossen.


Die Gebrüder Sensburg waren die Spitzen der Märzrevolution in München
von Christa Maria Rosenbaum
Die Ereignisse des Jahres 1848 führten dazu, daß in München König Ludwig I. abdankte und sein Sohn Max II. auf den Thron kam. Einen großen Einfluß auf die Münchner Ereignisse hatten die Brüder Sensburg, Franz Ludwig und Joseph.