Heftarchiv der Burschenschaftlichen Blätter
Die Enteignungen 1945 bis 1949
von Friedrich Engelke (Hansea-Alemannia Hamburg 1969)
Der Rückübertragungsausschluß für Vermögenswerte, die auf besatzungsrechtlicher oder besatzungshoheitlicher Grundlage in der Zeit zwischen 1945 und 1949 auf dem Gebiet der früheren DDR enteignet wurden, ist ausgesprochen umstritten. Dabei hätte es hier durchaus auch andere Lösungen gegeben, insbesondere solche, die geeignet gewesen wären, die wechselseitigen Interessen, die tatsächlich hätten berücksichtigt werden können und müssen, vernünftig gegeneinander abzuwägen.
"Der Betrug des Jahrhunderts" oder "eine besondere deutsche Horrorgeschichte"
Das "Bodenreformurteil" des Bundesverfassungsgerichts vom 23. April 1991 und
der Beschluß vom 18. April 1996 - eine juristische, politische und historische Betrachtung
von Carsten Kießwetter (K. St. V. Walhalla im KV zu Würzburg)
Die bis zum Herbst 1998 im Amt befindliche Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP hat immer wieder behauptet, die Enteignungen in der ehemaligen Sowjetzone nicht rückgängig machen zu können, weil dies die Sowjetregierung verlangt habe und nur so die sowjetische Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung zu erhalten gewesen sei. Immer deutlicher aber wird inzwischen, daß dies nicht der Fall war. Dies hat Konsequenzen, die weit über den eigentlichen Anlaß hinausgehen.
Die Bodenreform unter sowjetischer Regie - Erlebnisbericht eines Burgkelleraners
von Ulrich Andreae (Arminia a. d. B. Jena 1942)
Innerhalb weniger Tage vollzog sich im September 1945 die Enteignung des sich seit 1864 in Familienbesitz befindlichen Rittergutes Rüxleben der Familie Andreae im Kreis Nordhausen in Thüringen durch die kommunistischen Machthaber. "Im Namen der antifaschistischen Parteien" wurden am 29.09.1945 der Eigentümer und sein Sohn verhaftet. Bis heute verbleibt ein immer wiederkehrender innerer Schmerz über das damalige Unrecht. Schmerz rufen nach der Wende aber auch das wenig Nachdenken und die daraus entstammenden höhnisch anmutenden und empfindungslosen Plattheiten hervor.
Rechtsstaatswidrige "Wiedergutmachung" der Bodenreform im Rechtsstaat Deutschland
von Albrecht Graf von Schlieffen im Gespräch mit Walter Egeler (Hohenheimia Stuttgart 1968)
Die Verfolgten der kommunistischen Boden- und Industriereform erhalten konfiszierte Grundstücke, die sich in Staatshand befinden, bis heute nicht zurück. Behörden und Gerichte verweigern diese Wiedergutmachung unter Hinweis auf den Einigungsvertrag und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Zu Unrecht, denn verboten ist nur die vollständige Rückabwicklung, nicht aber eine Rückerstattung einzelner Grundstücke im Zuge der Wiedergutmachung. Der Gesetzgeber hat im Verwaltungsrechtlichen Rehabilitierungsgesetz sogar angeordnet, das Unrecht aufzuheben und Grundstücke zurückzugeben. Das Bundesverwaltungsgericht verkennt dies.
Ein "politischer Prozeß" gegen August Geislhöringer, Innenminister des Freistaates Bayern
von Hans-Ulrich Kopp (Danubia München)
Im Jahr 1958, vor nunmehr 40 Jahren, endete nach einem Prozeß jäh die politische Laufbahn von Dr. August Geislhöringer, einer der prägenden Persönlichkeiten der Bayernpartei, Innenminister des Freistaates Bayern, Alter Herr der Münchener Burschenschaft Danubia. Noch 1996 stellt die vom Landtagsamt des Bayerischen Landtages herausgegebene Chronik dazu fest: "Das ungute Gefühl, daß der Prozeß auch eine politische Seite hat, kommt bei vielen Beobachtern immer wieder hoch."
Bericht von der AfbA-Tagung 1998
von Walter Egeler (Hohenheimia Stuttgart 1968)
Auf den 2. und 3. Oktober 1998 hatte der Ausschuß für burschenschaftliche Arbeit (AfbA) nach Frankfurt am Main zu einer Tagung mit dem Thema "Parlamentarismus in Deutschland - 1848 als Ursprung und die Krise in der Gegenwart - Scheitert Deutschland?" eingeladen. Anlaß war die 150. Wiederkehr des Jahres, in dem in der Paulskirche das erste deutsche Parlament zusammengetreten war.
Bericht über den Festakt in der Paulskirche
von Walter Egeler (Hohenheimia Stuttgart 1968)
Am 4. Oktober 1998 gedachten die "Akademikerverbände" in einem Festakt der 150. Wiederkehr des Zusammentretens der ersten deutschen Nationalversammlung am historischen Ort in der Frankfurter Paulskirche. In seinem Festvortrag sprach Professor Dr. Jörg-Detlef Kühne von der Universität Hannover über "Verfassungspolitik 1848/ 1849 - Impulse und Lehren."

