Heftarchiv der Burschenschaftlichen Blätter
Das Deutsche Heer auf dem Weg in die Zukunft
von Christian Millotat
Nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation ist die in das Bündnis der NATO eingebundene Bundeswehr mehr denn je zum Mittel deutscher Politik geworden. Unter großem Zeitdruck hat das Deutsche Heer die Weichen für die Zukunft gestellt. Die neue Struktur ist weitgehend abgeschlossen, neue Ausbildungsgrundlagen wurden geschaffen und die Gestaltung der multinationalen Korps ist auf gutem Wege. Das Deutsche Heer wird auch in Zukunft seinen vorderen Platz im Konzert der Heere der Verbündeten behaupten können.
Wehrpflicht oder Berufsarmee?
von Heinz Karst
Seit der deutschen Wiederbewaffnung im Jahr 1955 gibt es in Deutschland eine Diskussion um die allgemeine Wehrpflicht. Nach dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums ist sie zum Streitobjekt geworden. Die meisten Deutschen begreifen, daß sie sich in der Zukunft auf dramatische Umbrüche einstellen müssen. Im Auf und Ab der politischen Wandlungen ist die allgemeine Wehrpflicht dabei eine eminent wichtige Sache - die Wehrpflicht ist ein legitimes Kind der Demokratie.
Burschenschaft und Wehrhaftigkeit
von Günter Kießling (Germania Bonn)
Die Burschenschaft hat sich in ihrer Geschichte bis auf den heutigen Tag nicht nur als studentischer Korporationsverband, sondern stets auch als politische Vereinigung verstanden. Mit diesem Selbstverständnis war und ist bis heute auch das Bekenntnis zur Wehrhaftigkeit verbunden. In bezug auf die Wehrhaftigkeit ist es für die Burschenschaft erforderlich, sich vorausschauend auf eine kommende europäische Verteidigungsgemeinschaft einzustellen und den Wahlspruch "Ehre, Freiheit, Vaterland" auf die künftigen Herausforderungen hin zu interpretieren.
Auftrag erfüllt - Motive einer Kampagne
von Björn Clemens (Rheinfranken Marburg 1988)
Die sogenannten rechtsextremistischen Skandale in der Bundeswehr haben ebenso wie die Anti-Wehrmachtausstellung das Ziel, die Bundeswehr und alles Militärische zu beschädigen. Ist zunächst schon auffallend, daß plötzlich z. T. Jahre zurückliegende Ereignisse veröffentlicht werden, so muß auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung zu denken geben - nach dem mit großer Anerkennung für die Bundeswehr verbundenen Einsatz an der Oder und in Bosnien. Da wurde es für bestimmte Interessengruppen höchste Zeit, entgegenzuwirken.
Gedanken zur Traditionswürdigkeit der Wehrmacht
von Franz Uhle-Wettler
Die Wehrmachtausstellung ist sachlich bedeutungslos. Um so wichtiger ist sie aber als Indikator des geistigen Zustands der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist eine Facette in dem rasant fortschreitenden Prozeß der Neubewertung der deutschen Geschichte, die von der schweigenden Mehrheit widerstandslos hingenommen wird und stets zuungunsten alles Deutschen erfolgt.
Zur Legitimation soldatischen Dienens in schwerer Zeit
von Carsten Kießwetter (K. St. V. Walhalla im KV zu Würzburg)
Die Sinnkrise in der Bundeswehr kann nicht mittels neuer Waffensysteme, besserer Ausrüstung oder noch mehr Annehmlichkeiten einer degenerierten Feierabend- und Freizeitarmee behoben werden. Sie kann nur durch bestimmtes und mutiges Auftreten ihrer obersten Führung und der Politiker und durch das Wissen, warum man dient, also das Wissen um die Legitimation des soldatischen Dienens, gelöst werden. Es sind vor allem die Kardinaltugenden, die auf Platon zurückgehen, die im täglichen Dienst und in der Extremsituation die angemessene und richtige ethische Grundhaltung begründen: Klugheit - Gerechtigkeit - Tapferkeit - Besonnenheit.

